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Bayers Pharmazukunft nach Asundexian-Flop

Herausforderungen und Chancen: Umsatzziele, Patente und vielversprechende Medikamente im Fokus

Bayers Pharmazukunft nach Asundexian-Flop

Nach einem jüngsten Rückschlag in der Forschung von Bayer im Zusammenhang mit dem vielversprechenden Medikament Asundexian haben einige Aktionäre Bedenken hinsichtlich der Zukunft der Pharma-Sparte des Konzerns geäußert. Doch der Pharmachef von Bayer, Stefan Oelrich, zeigt sich entschlossen und beharrt auf den mittelfristigen Zielen der Sparte. In einem Gespräch mit dem Handelsblatt äußerte er sich zuversichtlich: "Wir haben genügend Potenzial in unserer Medikamenten-Pipeline, um in den nächsten Jahren positiv dazustehen. Die Studienergebnisse ändern nichts daran, dass sich unsere Erwartungen für das Ende der Dekade erfüllen werden."

Bayer hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 jährlich zwischen 25 und 30 Milliarden Euro Umsatz in der Pharmasparte zu erzielen, obwohl die Sparte im Jahr 2022 lediglich 19,3 Milliarden Euro erwirtschaften konnte. Schon zuvor hatten Analysten Zweifel an der Realisierbarkeit dieser Umsatzziele geäußert. Der Rückschlag bei Asundexian hat die Skepsis verstärkt, aber Oelrich geht den Herausforderungen entschlossen entgegen.

Im vergangenen November musste Bayer eine wichtige Phase-III-Studie zu Asundexian abbrechen, nachdem sich in einer Vergleichsstudie gezeigt hatte, dass das Medikament weniger wirksam ist als die Standardtherapie. Dies führte zu einem 20-prozentigen Kurseinbruch der Bayer-Aktien, von dem sich der Wert bisher nur schwer erholte.

Asundexian, das ursprünglich Spitzenumsätze von über fünf Milliarden Euro versprach, wird nach dem Studienfehlschlag voraussichtlich einen erheblichen Umsatzverlust hinnehmen müssen. Trotzdem bleibt Oelrich optimistisch und sieht in Asundexian weiterhin großes Potenzial in der Schlaganfallprophylaxe. Doch nicht alle teilen seine Zuversicht. Fondsmanager Markus Manns von der Union Investment äußerte Skepsis angesichts der geringeren Wirksamkeit von Asundexian bei Vorhofflimmern und bezweifelt, dass es in der Schlaganfallprophylaxe erfolgreich sein wird.

Bayer steht zudem vor der Herausforderung, dass in diesem Jahr die Patente für die beiden umsatzstärksten Medikamente, Xarelto und Eylea, auslaufen. Diese beiden Produkte tragen zusammen mehr als 40 Prozent der gesamten Pharmaumsätze von Bayer bei. Der drohende Markteintritt von Generikaherstellern könnte zu erheblichen Umsatzeinbußen führen, insbesondere für Eylea, das Analystenschätzungen zufolge bis 2030 etwa zwei Milliarden Euro Umsatz verlieren könnte. Xarelto könnte von 4,7 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2030 auf weniger als eine Milliarde Euro sinken.

Bayer hat jedoch bereits Maßnahmen ergriffen, um die Umsatzeinbußen bei Eylea abzufedern. Das Unternehmen hat eine höher dosierte Version des Medikaments entwickelt, die nur alle 16 Wochen statt alle 8 Wochen verabreicht werden muss. Dies könnte die Patientenfreundlichkeit erhöhen, obwohl die Anwendung nach wie vor schmerzhaft sein kann. Diese höherdosierte Variante von Eylea wurde kürzlich in der EU zugelassen.

Oelrich betont außerdem, dass Bayer derzeit vier Produkte auf den Markt bringt, die Spitzenumsatzpotenzial im Milliardenbereich haben. Dazu gehören Nubeqa, ein Mittel gegen Prostatakrebs, und Kerendia, ein Medikament gegen chronische Nierenerkrankung. Beide Medikamente könnten in der Spitze jeweils drei Milliarden Euro Umsatz erzielen. Allerdings stehen sie noch vor Herausforderungen, insbesondere Kerendia, das bisher langsam gestartet ist.

Ein weiteres vielversprechendes Medikament, das Bayer in Zukunft einführen könnte, ist Elinzanetant, das zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden entwickelt wurde und potenziell mehr als eine Milliarde Euro Umsatz generieren könnte. Trotz positiver Phase-III-Studienergebnisse gibt es jedoch noch eine ausstehende Studie zur Sicherheit des Medikaments.

Obwohl Bayer in diese vielversprechenden Medikamente investiert, sehen einige Analysten die Medikamenten-Pipeline des Unternehmens kritisch. Sie glauben, dass Bayer neue Medikamente erwerben müsste, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Oelrich hingegen betont, dass die Forschung und Entwicklung bei Bayer gut aufgestellt sei und bereits viele Projekte von der Forschung in die Entwicklung übergegangen seien.

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