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Bayers radikaler Umbau unter neuem CEO

Herausforderungen, Visionen und sozialverträglicher Stellenabbau prägen die Zukunft des Konzerns

Bayers radikaler Umbau unter neuem CEO

Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer steht vor einem tiefgreifenden Umbau, der zahlreiche Arbeitsplätze in Deutschland kosten wird. Unter der Führung des neuen Konzernchefs Bill Anderson sollen bis Ende 2025 umfangreiche Veränderungen in der Organisationsstruktur durchgeführt werden. Dieser Schritt ist Teil einer geplanten Verschlankung der Verwaltung und einer Beschleunigung der Entscheidungsprozesse im Unternehmen.

Die Vereinbarungen für die Zukunft von Bayer wurden zwischen dem Konzernvorstand und der Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat getroffen. Die Vorsitzende des Konzernsprecherausschusses, Barbara Gansewendt, betonte, dass das neue Betriebsmodell dazu dienen soll, Bayer schneller und innovativer zu machen. Leider wird dies jedoch auf Kosten vieler Führungskräfte gehen, die von den Veränderungen betroffen sein werden.

Der Personalabbau betrifft mehr als 22.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bayer in Deutschland. Obwohl die allgemeine Beschäftigungssicherung vor betriebsbedingten Kündigungen die Angestellten zunächst bis Ende 2026 schützt, plant das Unternehmen, den Stellenabbau zügig umzusetzen und bis spätestens Ende 2025 abzuschließen. Genauere Angaben darüber, wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden und wie hoch die Kosten für das Abfindungsprogramm sein werden, sind derzeit noch unklar.

Heike Prinz, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin von Bayer, erklärte, dass diese einschneidenden Maßnahmen notwendig seien, um die Leistungsfähigkeit und den Handlungsspielraum des Unternehmens schnell und nachhaltig zu verbessern. Das Ziel sei es, Bayer wieder auf die Erfolgsspur zu bringen.

Der Schritt von Bill Anderson, der das Unternehmen seit Juni 2023 leitet, kommt nicht überraschend. Er hat bereits zu Beginn seiner Tätigkeit im Vorstand im April 2023 seine Vorstellungen einer schlanken Unternehmensverwaltung dargelegt. Dieser Ansatz orientiert sich an dem Managementbuch "Humanocracy", das Mitarbeitern mehr Freiheiten und Verantwortung gibt, ohne von umfangreichen Managementebenen eingeschränkt zu werden. Im November hatte Anderson angekündigt, dass Bayer eine "radikale Neuausrichtung" bevorsteht, bei der Führungsebenen gestrichen und Koordinationsprozesse vereinfacht werden sollen.

Der Betriebsrat von Bayer unterstützt die neue Struktur, die von Anderson als "Dynamic Shared Ownership" bezeichnet wird. Heike Hausfeld, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, sieht darin eine große Chance, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu verbessern, insbesondere angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen.

Die Arbeitnehmervertretung strebt an, den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten. Weitere Details zum Konzernumbau werden am 5. März auf dem Kapitalmarkttag von Bayer bekannt gegeben. Aufgrund der zahlreichen Probleme, mit denen Bayer derzeit konfrontiert ist, wird sogar eine mögliche Aufspaltung des Unternehmens nicht ausgeschlossen. Im Pharmageschäft fehlen große Blockbuster, um auslaufende Patente zu kompensieren, während das Agrargeschäft unter schwachen Preisen und Rechtsstreitigkeiten in den USA leidet. Zudem erlitt Bayer einen herben Rückschlag mit einem Medikament in einer klinischen Studie, das als große Hoffnung des Konzerns galt, sich jedoch als weniger wirksam erwies als erhofft.

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