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Baywa in der Krise: Führungswechsel angekündigt

Sanierungsgespräche laufen, während Schuldenlast das Unternehmen belastet

Baywa in der Krise: Führungswechsel angekündigt

Der Münchener Agrar- und Baustoffhändler Baywa sieht sich mit einer schweren Krise konfrontiert, die tiefgreifende personelle Veränderungen an der Unternehmensspitze nach sich zieht. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, dass Vorstandschef Marcus Pöllinger zum Ende des Monats zurücktritt. Auch Finanzvorstand Andreas Helber wird sein Amt zum 31. März kommenden Jahres niederlegen. Diese Entscheidung wurde getroffen, um den notwendigen Restrukturierungsprozess und die damit verbundene Neuausrichtung des Unternehmens zu unterstützen. Laut Aufsichtsratschef Gregor Scheller erfordere die Situation im Unternehmen neue Kompetenzen im Vorstand.

Beide Abgänge verlaufen einvernehmlich, und es wurden bereits Maßnahmen zur Neubesetzung der Spitzenposten eingeleitet. Der Druck zur Neugestaltung der Führungsebene kam insbesondere von den Banken, die im Rahmen der Verhandlungen über ein Rettungspaket einen Austausch in der Unternehmensführung gefordert hatten. Die Banken hatten insbesondere den früheren Vorstandschef Klaus Josef Lutz für die gescheiterte Expansion verantwortlich gemacht, jedoch wurde Pöllinger auch die Mitverantwortung zugeschrieben.

Die finanzielle Lage der Baywa ist angespannt. Mit über fünf Milliarden Euro an langfristigen und kurzfristigen Verbindlichkeiten sieht sich das Unternehmen einem enormen Schuldenberg gegenüber. Die schwache Weltkonjunktur hat alle Geschäftsbereiche negativ beeinflusst, was sich im ersten Halbjahr in einem Verlust von 290 Millionen Euro niederschlug. Ein erheblicher Teil dieses Verlustes resultierte aus hohen Abschreibungen im Bereich erneuerbare Energien.

Um die finanzielle Situation zu stabilisieren, haben die Gläubigerbanken und Hauptaktionäre dem Unternehmen bereits im August eine Finanzspritze von über einer halben Milliarde Euro gewährt. Dennoch ist ein langfristiges Sanierungsprogramm erforderlich, da ein bedeutender Konsortialkredit im September 2025 ausläuft. Die Mehrheit der Gläubiger hat dem vorgelegten Rettungskonzept bereits zugestimmt. Sollte sich eine Einigung als schwierig erweisen, könnte ein sogenanntes Starug-Verfahren ins Spiel kommen, um die verbleibenden Gläubiger zur Teilnahme zu bewegen. Die Tilgung der Schulden soll vorerst bis 2027 ausgesetzt werden, während ein Schuldenschnitt nicht für notwendig erachtet wird.

Michael Baur, der derzeit als Generalbevollmächtigter agiert, wird künftig eine Schlüsselrolle im Vorstand übernehmen und soll die erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen umsetzen. Branchenexperten gehen davon aus, dass die Übertragung von Anteilen an der Erneuerbare-Energien-Tochter Baywa Re nicht überstürzt erfolgen wird, sondern nur bei passenden Angeboten. Die Suche nach einer neuen Führung wird als herausfordernd eingeschätzt, doch wird die Stabilisierung des Unternehmens als positiv angesehen.

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