Baywa streicht 1300 Arbeitsplätze
Konzern fokussiert sich auf Kerngeschäft und plant den Verkauf von Auslandsbeteiligungen

Der Agrar- und Baustoffkonzern Baywa plant in den kommenden drei Jahren den Abbau von 1300 Arbeitsplätzen, was etwa jede sechste Stelle des Unternehmens betrifft. Von den insgesamt 8000 Vollzeitarbeitsplätzen werden besonders die Verwaltungsfunktionen in der Zentrale betroffen sein, auf die 40 Prozent des Stellenabbaus entfallen. Auch in der Fläche sollen 26 von insgesamt 400 Standorten geschlossen werden. Die Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat zu den geplanten Maßnahmen haben bereits begonnen, eine Einigung wird bis Ende März 2025 angestrebt.
Das Unternehmen strebt eine Neuausrichtung an und will sich auf seine vier Kerngeschäftsbereiche Agrar, Baustoffe, Energie und Technik konzentrieren. Baywa kündigte an, dass der Konzern bis 2027 wieder wettbewerbsfähig aufgestellt sein werde, um von seiner führenden Marktposition in den Fokusmärkten zu profitieren. Diese Transformation erfolgt im Rahmen eines Sanierungsplans, der unter anderem den Verkauf von wesentlichen Beteiligungen außerhalb Deutschlands umfasst. Hierzu gehört auch das Apfelgeschäft in Neuseeland, das als Symbol für die unkontrollierte Expansion des Unternehmens gilt.
Der Konzern war in eine existenzielle Krise geraten, nachdem hohe Schulden durch eine zu schnelle Expansion und die steigenden Zinsen zu einem Problem wurden. Als Folge mussten Vorstandschef Marcus Pöllinger und andere Topmanager das Unternehmen verlassen, und Baywa erhielt mehrere Kapitalspritzen von Banken und Eigentümern. Ein Gutachten stellte jedoch fest, dass der Konzern grundsätzlich sanierungsfähig ist.
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Zur AktienanalyseZusätzlich soll Baywa die Mehrheit an ihrer Erneuerbare-Energien-Tochter Baywa r.e. verkaufen. Diese Tochtergesellschaft hatte in der Vergangenheit Windkraft- und Solarprojekte weltweit entwickelt, tat sich jedoch nach der Zinswende schwer, diese Projekte weiterhin erfolgreich zu vermarkten. Der geplante Stellenabbau in der Verwaltung wird von Insidern als eine notwendige Maßnahme zur Straffung des Unternehmens angesehen, insbesondere nachdem die Verwaltung unter dem langjährigen Vorstandschef Klaus Josef Lutz stark aufgebläht wurde.


