Beinahe-Kollision in Boston: NTSB untersucht American und Delta
Am Flughafen Boston Logan kamen sich zwei Passagiermaschinen gefährlich nahe – nun ermitteln NTSB und FAA.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB (National Transportation Safety Board) hat eine offizielle Untersuchung zu einem Beinahezusammenstoß am Flughafen Boston Logan eingeleitet. Betroffen waren ein Airbus A319 von Delta Air Lines und eine Boeing 737-800 von American Airlines. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Samstag und wurde am Montag von der Behörde öffentlich bestätigt.
Laut der US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration), die ebenfalls Ermittlungen aufgenommen hat, leitete die Besatzung des Delta-Airbus ein Durchstartmanöver ein, während die American-Airlines-Maschine von einer kreuzenden Startbahn abhob. Beide Behörden untersuchen nun die genauen Umstände des Vorfalls.
Nur rund 100 Meter Abstand zwischen den Maschinen
Der Flugverfolgungsdienst Flightradar24 ermittelte am Schnittpunkt der Start- und Landebahnen einen Abstand von etwa 325 bis 350 Fuß zwischen den beiden Flugzeugen – das entspricht rund 100 bis 107 Metern. Da diese Daten auf barometrischen Druckmessungen basieren, war der tatsächliche Abstand zwischen den nächstgelegenen Teilen der Maschinen wahrscheinlich noch geringer.
Delta Air Lines erklärte, die Besatzung des aus Dallas kommenden Fluges habe in Abstimmung mit der Flugsicherung alle festgelegten Verfahren befolgt, das Durchstartmanöver korrekt durchgeführt und sei anschließend sicher gelandet. American Airlines gab zunächst keine Stellungnahme zu dem Vorfall ab.
Senat plant Anhörung zur Flugsicherheit
Der republikanische Senator Jerry Moran, Vorsitzender eines Unterausschusses für Luftfahrt, hat für Dienstag eine Anhörung zu gefährlichen Annäherungen im Flugverkehr angesetzt und verwies dabei ausdrücklich auf den Vorfall in Boston. „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir die Herausforderungen angehen, vor denen unser Luftfahrtsystem steht, und die Verfahren sowie Technologien verbessern, die die Sicherheit der Fluggäste gewährleisten", sagte Moran.
Vor dem Luftfahrt-Unterausschuss des US-Senats wird am Dienstag auch Chris Sununu, CEO des Branchenverbandes Airlines for America, aussagen. Er will dabei betonen, dass das System zwar grundsätzlich sicher sei, aber weiter verbessert werden müsse. In seiner schriftlichen Stellungnahme heißt es: „Wenn eine Ebene Anzeichen von Belastung zeigt, sei sie lokal begrenzt oder systemisch, erfordert dies eine besonnene und angemessene Reaktion." Sununu betonte zudem: „Wir müssen das System methodisch stärken und jede Erkenntnis nutzen, um sicherzustellen, dass wir nicht nur auf Vorfälle reagieren, sondern diese gänzlich verhindern."
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Zur AktienanalyseHintergrund: Tödliche Kollision im Januar 2025
Der Vorfall in Boston reiht sich in eine Serie von Sicherheitsvorfällen im US-Luftraum ein, die den Kongress zunehmend unter Druck setzen. Im Januar 2025 waren bei einer Kollision zwischen einem Regionaljet von American Airlines und einem Black-Hawk-Hubschrauber der US-Armee in der Nähe des Flughafens Reagan Washington National 67 Menschen ums Leben gekommen. Seitdem prüft der US-Kongress verschiedene Reformmaßnahmen zur Flugsicherheit.
Der erneute Beinahezusammenstoß dürfte die politische Debatte über die Sicherheit des amerikanischen Luftverkehrssystems weiter befeuern. Sowohl NTSB als auch FAA werden ihre Untersuchungsergebnisse zu gegebener Zeit veröffentlichen.


