Berenberg empfiehlt HBX mit Kaufrating und 62% Kurspotenzial
Die Privatbank sieht in der B2B-Hotelplattform einen unterschätzten Technologiewert mit starker Cash-Generierung.

Berenberg hat die HBX Group International (BME: HBX) mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 10,30 Euro in die Beobachtung aufgenommen. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 62% gegenüber dem aktuellen Kurs von 6,34 Euro. Als Kernargumente nennen die Analysten die starke Cash-Generierung, technologische Stärken und Potenzial für Marktanteilsgewinne.
HBX verbindet weltweit rund 100.000 direkt kontrahierte Hotels sowie insgesamt über 250.000 Unterkünfte mit etwa 60.000 Vertriebspartnern. Das Unternehmen ist an der Madrider Börse notiert und erwirtschaftet rund 91% seines Umsatzes im Beherbergungsgeschäft. Knapp die Hälfte der Erlöse stammt aus Europa.
Starkes Wachstum und hohe Margen erwartet
Berenberg prognostiziert für das Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von 715 Millionen Euro, der bis 2028 auf 812 Millionen Euro steigen soll. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 6,6%. Die EBITDA-Marge soll in diesem Zeitraum konstant über 58% liegen, beim bereinigten Ergebnis je Aktie erwartet Berenberg einen CAGR von 12%.
Der freie Cashflow zum Eigenkapital soll bis 2028 auf 314 Millionen Euro anwachsen. Das kapitalleichte Geschäftsmodell und ein strukturell positives Working Capital stützen diese Prognose. Gleichzeitig dürfte die Nettoverschuldung kontinuierlich sinken, sodass HBX bis 2028 eine Nettocash-Position erreicht.
Besonders attraktiv für Aktionäre: Berenberg schätzt, dass HBX in den nächsten drei Jahren rund 500 Millionen Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe ausschütten könnte. Das entspricht etwa einem Drittel der aktuellen Marktkapitalisierung. Bereits angekündigt sind eine Dividendenausschüttungsquote von 20% sowie ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 100 Millionen Euro.
Technologie und Marktposition als Wettbewerbsvorteil
Berenberg hebt die Cloud-native Plattform von HBX hervor, die täglich Milliarden von Suchanfragen verarbeitet. KI-gestützte Preisgestaltung und automatisierte Kundenserviceprozesse verbessern die Effizienz und verkürzen Onboarding-Zeiten für neue Partner. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren massiv in Technologie investiert.
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Zur AktienanalyseDie direkte Hotelkontraktierung verschafft HBX eine höhere Take-Rate als vielen Wettbewerbern. Im fragmentierten B2B-Beherbergungsmarkt hielt HBX 2025 einen geschätzten Marktanteil von 1,44% – deutlich mehr als kleinere börsennotierte Konkurrenten. Wachstumstreiber sind der Ausbau von Vermittlungskanälen, steigende internationale Reisenachfrage und die Konsolidierung unter kleineren B2B-Akteuren.
Als kurzfristige Risiken nennt Berenberg die geopolitische Unsicherheit. Die HBX-Aktie ist seit Anfang März vor dem Hintergrund des Iran-Konflikts bereits um rund 14% gefallen. Die Analysten schätzen den EBITDA-Effekt für das Geschäftsjahr 2026 im Basisszenario auf 6%, sehen die aktuelle Marktbewertung jedoch als übermäßig pessimistisch. Potenzielle KI-bedingte Störungen im Reisevertrieb und das Risiko der Desintermediation stuft Berenberg angesichts der Netzwerkvorteile von HBX als beherrschbar ein.
Das Kursziel von 10,30 Euro leitete Berenberg aus EV/EBITDA-Multiplikatoren der Vergleichsgruppe ab, was einer Bewertung von etwa dem 5,8-Fachen der erwarteten Gewinne entspricht. Ein ergänzendes Discounted-Cashflow-Modell deutet sogar auf ein noch höheres Aufwärtspotenzial hin.


