Berkeley Group bricht ein: Neunjahrestief nach Kaufstopp für Bauland
Der britische Hausbauer friert alle neuen Grundstückskäufe ein und enttäuscht mit seinem Gewinnausblick bis 2030.

Die Aktie der Berkeley Group ist am Mittwoch auf ein Neunjahrestief abgestürzt. Im frühen Londoner Handel verloren die Papiere des FTSE-100-Mitglieds rund 17 Prozent auf 2.846 Pence – damit war Berkeley der schwächste Wert im britischen Leitindex.
Auslöser des Kurseinbruchs war eine überraschende strategische Kehrtwende des Unternehmens. Berkeley teilte mit, keine neuen Grundstücke mehr erwerben zu wollen – mit Ausnahme von Joint-Venture-Projekten. Als Begründung nannte das Unternehmen die trüben Konjunkturaussichten sowie geopolitische Unsicherheiten, insbesondere den Konflikt im Iran.
Darüber hinaus enttäuschte der Konzern die Märkte mit seinem Gewinnausblick. Berkeley erklärte, die Kapitalrendite bei neuen Grundstücksakquisitionen sei im aktuellen Umfeld nicht erreichbar. Die Strategie für 2035 werde über die nächsten vier Jahre zeitlich neu gestaffelt.
Steuerliche Belastungen belasten britische Hausbauer
Zusätzlich verwies Berkeley auf wachsende steuerliche und regulatorische Belastungen im britischen Wohnungsbau. Diese erschweren es dem Unternehmen, ausreichende Renditen auf neue Investments zu erzielen. Für deutsche Anleger ist der Fall ein Beispiel dafür, wie politische und makroökonomische Faktoren selbst etablierte Immobilienkonzerne unter Druck setzen können.
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Zur AktienanalyseBerkeley gehört zu den größten Wohnungsbauunternehmen Großbritanniens und ist vor allem im Großraum London aktiv. Der aktuelle Kursrückgang ist der stärkste Tagesverlust seit Jahren und markiert einen deutlichen Stimmungswandel bei Investoren gegenüber dem britischen Immobiliensektor.


