Berkshire Hathaway: Gewinn steigt 18 Prozent – Cash-Rekord bei 397 Milliarden Dollar
Das Konglomerat von Warren Buffett meldet starke Quartalszahlen, während der Barmittelbestand einen historischen Höchststand erreicht.

Berkshire Hathaway hat im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Gewinnanstieg verbucht. Der operative Gewinn aus den Dutzenden von Berkshire-Unternehmen stieg um 18 Prozent auf 11,35 Milliarden Dollar – umgerechnet rund 7.891 Dollar je Aktie der Klasse A. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch 9,64 Milliarden Dollar ausgewiesen.
Das Nettoergebnis, das auch nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Aktieninvestitionen einschließt, hat sich mehr als verdoppelt: von 4,6 Milliarden auf 10,1 Milliarden Dollar bzw. 7.027 Dollar je Aktie der Klasse A. Berkshire selbst betont jedoch, dass dieser Wert aufgrund von Rechnungslegungsvorschriften nur bedingt aussagekräftig ist, da er Buchgewinne aus Aktien enthält, die das Unternehmen nicht zu verkaufen beabsichtigt.
Rekordhoher Cash-Bestand als Zeichen der Zeit
Besonders auffällig ist der Barmittelbestand: Zum Ende des ersten Quartals hielt Berkshire Hathaway liquide Mittel in Höhe von 397,4 Milliarden Dollar – ein neuer Rekordwert. Dieser spiegelt die anhaltende Schwierigkeit wider, Investitionen zu finden, die den wertorientierten Prinzipien des Unternehmens entsprechen. Seit Jahren sucht Berkshire vergeblich nach einer größeren Akquisition, die seinen strengen Bewertungsmaßstäben genügt.
Gleichzeitig war Berkshire im ersten Quartal erneut Nettoverkäufer von Aktien: Das Unternehmen verkaufte für 8,1 Milliarden Dollar mehr Aktien als es kaufte. Es war bereits das 14. Quartal in Folge, in dem Berkshire diese Rolle einnahm. Angeführt wurden die Verkäufe von Positionen in Apple (AAPL), das lange zu den größten Beteiligungen des Konzerns zählte.
Im Januar tätigte Berkshire jedoch eine bedeutende Investition: Für 9,5 Milliarden Dollar erwarb das Unternehmen das Chemiegeschäft von Occidental Petroleum. Zudem kaufte Berkshire im Quartal eigene Aktien im Wert von 234 Millionen Dollar zurück – die ersten Rückkäufe seit Mai 2024. In den ersten zwei Aprilwochen wurden allerdings keine weiteren Rückkäufe durchgeführt.
Verbrauchersorgen belasten mehrere Sparten
Berkshire Hathaway besitzt ein breites Portfolio an Unternehmen, darunter der Versicherer Geico, die Eisenbahngesellschaft BNSF, Berkshire Hathaway Energy, Dairy Queen und See's Candies. Das Konglomerat wird von Analysten oft als Mikrokosmos der US-Wirtschaft betrachtet – wobei der Fokus auf Versicherungen und Sachwerte dazu führt, dass Berkshire nicht mit allen Markttrends Schritt hält, etwa der Begeisterung für künstliche Intelligenz.
Mehrere konsumnahe Geschäftsbereiche spürten im Quartal den Gegenwind durch die eingetrübte Wirtschaftslage. Die Baustoffsparten, darunter die Mobilheim-Einheit Clayton Homes, litten unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen. Die Wohnmobil-Einheit Forest River, der Bekleidungshersteller Fruit of the Loom sowie der Squishmallows-Produzent Jazwares meldeten niedrigere Umsätze – als Grund nannten sie „höhere wirtschaftliche Unsicherheit" und ein gesunkenes Verbrauchervertrauen.
Positiv entwickelte sich hingegen das Versicherungsgeschäft: Der Gewinn aus diesem Bereich stieg gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatten Waldbrände in Südkalifornien die Ergebnisse in der Rückversicherung und kleineren Versicherungssparten belastet.
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Zur AktienanalyseErstes Quartal unter neuer Führung
Das Quartal war das erste unter der Leitung von Greg Abel, der im Januar die Nachfolge von Warren Buffett als Chief Executive Officer antrat. Buffett bleibt dem Unternehmen als Chairman erhalten. Die Ergebnisse wurden kurz vor der jährlichen Hauptversammlung von Berkshire veröffentlicht, die traditionell Zehntausende von Investoren und Fans nach Omaha, Nebraska, lockt.
An der Börse hinken die Berkshire-Aktien dem breiten Markt jedoch hinterher: Im Jahr 2026 sind die Aktien der Klasse A um 6 Prozent gefallen, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum um 6 Prozent zulegte. Seit Buffett auf der letztjährigen Hauptversammlung überraschend den Zeitpunkt der Führungsübergabe an Abel bekanntgegeben hatte, blieben die Berkshire-Papiere deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurück.


