Berkshire Hathaway setzt Barreserven unter neuem CEO Greg Abel ein
Erstmals seit vier Jahren sinken die Barmittel des Konglomerats – mit milliardenschweren Zukäufen und Aktienrückkäufen.

Berkshire Hathaway hat im zweiten Quartal 2026 seine gewaltigen Barreserven erstmals seit vier Jahren abgebaut. Das Konglomerat aus Omaha, Nebraska, kaufte eigene Aktien zurück und erwarb zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren mehr Aktien als es verkaufte. Dies signalisiert einen klaren Strategiewechsel unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Greg Abel.
Der Nettogewinn des Unternehmens mehr als verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Er stieg auf 25,67 Milliarden US-Dollar bzw. 17.868 US-Dollar je Aktie der Klasse A, nach 12,37 Milliarden US-Dollar bzw. 8.601 US-Dollar je Aktie der Klasse A im Vorjahr. Getragen wurde das Ergebnis von Anlagegewinnen sowie starken Resultaten aus den Industrie- und Einzelhandelsgeschäften des Konzerns.
Barreserven erstmals seit Jahren rückläufig
Berkshire Hathaway beendete das zweite Quartal mit Barmitteln und Schatzanweisungen in Höhe von 364,7 Milliarden US-Dollar – nach Berücksichtigung einer Verbindlichkeit für den Kauf kurzfristiger Staatsanleihen. Das entspricht einem Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorquartal. Für Anleger ist dies ein bedeutsames Signal: Zuletzt waren die Barreserven des Unternehmens vor vier Jahren im Quartalsvergleich gesunken.
Zu den größten Transaktionen des Quartals zählte der Kauf des Hausbauunternehmens Taylor Morrison Home für 6,8 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus investierte Berkshire 10 Milliarden US-Dollar in Aktien von Alphabet, der Muttergesellschaft von Google. Beide Deals gehören zu den bedeutendsten Zukäufen, die das Konglomerat in den vergangenen Jahren getätigt hat.
Greg Abel prägt Berkshire mit eigenem Stil
Die verstärkte Investitionstätigkeit gilt als deutliches Zeichen dafür, dass Greg Abel, der im Januar die Nachfolge von Warren Buffett als CEO antrat, beginnt, dem Unternehmen seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Buffett hatte Berkshire Hathaway mehr als ein halbes Jahrhundert lang geführt und das Konglomerat zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger ist Berkshire Hathaway vor allem als Maßstab für langfristiges, wertorientiertes Investieren bekannt. Die Frage, wie Abel das Erbe Buffetts fortführen würde, beschäftigte die Finanzwelt seit seiner Ernennung. Die jüngsten Quartalszahlen und die Investitionsentscheidungen liefern nun erste konkrete Antworten: Abel setzt auf Wachstum durch gezielte Akquisitionen und Aktieninvestitionen, anstatt die Barreserven weiter anwachsen zu lassen.
Die Aktie der Klasse B von Berkshire Hathaway legte im Zuge der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse um 1,46 Prozent zu. Anleger honorierten damit sowohl die starken Gewinne als auch die aktivere Kapitalallokation des Unternehmens unter seiner neuen Führung.


