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Berkshire unter Abel: 16,8 Milliarden Dollar in zwei Tagen investiert

Neuer CEO Greg Abel setzt klares Zeichen: Berkshire Hathaway kauft Hausbauer Taylor Morrison und stockt Google-Beteiligung massiv auf.

Berkshire unter Abel: 16,8 Milliarden Dollar in zwei Tagen investiert

Greg Abel, seit Januar 2025 Chef von Berkshire Hathaway als Nachfolger von Warren Buffett, hat innerhalb von nur zwei Tagen Investitionen in Höhe von 16,8 Milliarden US-Dollar zugesagt. Das Konglomerat aus Omaha, Nebraska, erwirbt den Hausbauer Taylor Morrison Home Corp und beteiligt sich mit 10 Milliarden Dollar an der Google-Muttergesellschaft Alphabet. Die Schritte gelten als deutliches Signal, dass Abel bereit ist, Berkshires enormen Barmittelbestand aktiv einzusetzen.

Viele Investoren und Analysten hatten zuletzt Druck auf Abel ausgeübt, die aufgestauten Barmittel des Unternehmens zu mobilisieren. Zum 31. März 2025 beliefen sich diese auf insgesamt 380,2 Milliarden Dollar – eine Summe, die nach Einschätzung von Marktteilnehmern den Aktienkurs des Konglomerats belastet hat. Die Berkshire-Aktie notiert derzeit 13 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Mai 2025, während der technologielastige S&P 500 im gleichen Zeitraum um 34 Prozent gestiegen ist.

„Alle haben darauf gewartet, dass Greg sein eigenes Ding macht, jenseits des Schattens von Warren Buffett, und genau das sehen wir jetzt", sagte Steven Check, Präsident von Check Capital Management in Costa Mesa, Kalifornien. Sein Unternehmen verwaltet 2,4 Milliarden Dollar, darunter mehr als 700 Millionen Dollar in Berkshire-Aktien und -Optionen. Check fügte hinzu: „Es ist ermutigend."

Milliardenwette auf Alphabet und Künstliche Intelligenz

Am Montag stimmte Berkshire zu, im Rahmen einer Privatplatzierung Alphabet-Aktien im Wert von 10 Milliarden Dollar zu erwerben. Die Transaktion ist Teil einer umfassenderen Eigenkapitalaufnahme von Alphabet in Höhe von 80 Milliarden Dollar. Die Investition signalisiert Berkshires Vertrauen in die führende Rolle von Alphabet im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Berkshire hatte bereits im dritten Quartal des vergangenen Jahres begonnen, in Alphabet zu investieren, und hielt zum 31. März Anteile im Wert von 16,6 Milliarden Dollar. Durch die jüngste Aufstockung dürfte Alphabet zu einer der fünf größten Stammaktienpositionen von Berkshire aufsteigen – angeführt wird diese Liste weiterhin vom iPhone-Hersteller Apple. Die Wette auf Alphabet markiert eine bemerkenswerte Abkehr von der langjährigen Zurückhaltung Buffetts gegenüber Technologieinvestitionen.

Historisch interessant: Auf der Berkshire-Jahreshauptversammlung 2019 bedauerten Buffett und der inzwischen verstorbene stellvertretende Vorsitzende Charlie Munger öffentlich, nicht früher in Google investiert zu haben. Buffett hatte damals erklärt, das Werbemodell von Google ähnele dem, was für Berkshires Kfz-Versicherungseinheit Geico funktioniere. „Er sagt, wir haben es vermasselt", so Buffett damals über sich selbst. Warren Buffett bleibt weiterhin Chairman von Berkshire.

Wohnungsbau-Expansion mit Taylor Morrison

Bereits am Sonntag hatte Berkshire die Übernahme des Hausbauers Taylor Morrison Home Corp für 6,8 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Das Unternehmen ist in 12 US-Bundesstaaten tätig und würde Berkshires bestehendes Engagement in der Wohnungsbauindustrie erheblich ausweiten. Zum bestehenden Portfolio gehören bereits das Fertighausgeschäft Clayton Homes sowie Anbieter von Ziegeln, Farben und Isolierungen. Darüber hinaus betreibt Berkshire eines der größten Wohnimmobilienmaklerunternehmen der USA.

Die Dutzenden operativen Geschäftsbereiche des Konglomerats gelten als Mikrokosmos der amerikanischen Wirtschaft. Dazu zählen neben dem Wohnungsbau auch die Eisenbahngesellschaft BNSF, eine Reihe von Energie- und Industrieunternehmen sowie bekannte Einzelhandelsmarken wie Dairy Queen, Fruit of the Loom und See's Candies.

Trotz der jüngsten Investitionsoffensive hält Berkshire an seinem Ziel fest, ein Liquiditätspolster von mindestens 30 Milliarden Dollar vorzuhalten. Investoren spekulieren unterdessen, ob das Unternehmen künftig auch den Rückkauf eigener Aktien ausweiten oder erstmals seit 1967 wieder eine Dividende einführen könnte. Berkshire selbst äußerte sich auf Anfrage nicht zu den Alphabet-Plänen und lehnte weitere Kommentare zur Taylor-Morrison-Übernahme ab.

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