Bernstein revidiert Kupferpreisprognose wegen Angebotsknappheit und Fed-Politik
Das Analysehaus Bernstein erwartet bis 2030 steigende Kupferpreise – angetrieben durch Angebotsdefizite und geldpolitischen Gegenwind.

Bernstein hat seine Kupferpreisprognose für das Jahr 2026 deutlich konkretisiert. Das Analysehaus erwartet für 2026 einen Durchschnittspreis von 12.419 US-Dollar pro Tonne, wobei für die zweite Jahreshälfte ein Niveau von 11.750 US-Dollar pro Tonne prognostiziert wird. Damit liegt Bernstein leicht unter dem Marktkonsens, der bei 12.515 US-Dollar pro Tonne angesiedelt ist.
Besonders bemerkenswert ist der langfristige Ausblick des Research-Unternehmens: Bis 2030 sollen die Kupferpreise im Durchschnitt 10.700 US-Dollar pro Tonne erreichen. Als Haupttreiber nennt Bernstein Angebotsdefizite, die gegen Ende des Jahrzehnts entstehen dürften. Für Anleger, die in Kupfer oder kupfernahe Rohstoffwerte investiert sind, ist diese Einschätzung von erheblicher Bedeutung.
Makroökonomische Faktoren belasten den Kupfermarkt
Die jüngsten Preisbewegungen bei Kupfer sind das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedener Kräfte. Auf der makroökonomischen Seite sorgen ein stärkerer US-Dollar sowie die Aussicht auf eine restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve für Gegenwind im gesamten Rohstoffsektor. Ein starker Dollar verteuert in Dollar notierte Rohstoffe für internationale Käufer und dämpft damit die Nachfrage.
Zusätzlich belastet der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die Marktstimmung. Die dadurch gestiegenen Energiepreise wirken sich negativ auf die Industriestimmung aus und erhöhen die Produktionskosten für energieintensive Branchen – darunter auch die Kupferverarbeitung.
Auf der Angebotsseite zeichnet sich ein anderes Bild ab. Mehrere Produktionsprognosen wurden zuletzt nach unten korrigiert, und der anhaltende Bestandsaufbau in den USA hat die Bedingungen am physischen Kupfermarkt verschärft. Diese Entwicklungen stützen die Kupferpreise trotz des makroökonomischen Gegenwinds.
Angebotsdefizite als langfristiger Preistreiber
Bernsteins Prognose spiegelt die Kombination aus kurzfristigem Druck durch Geldpolitik und Währungsbewegungen einerseits sowie den strukturell angespannteren physischen Angebotsbedingungen andererseits wider. Während die Geldpolitik der Fed kurzfristig bremsend wirkt, dürften die fundamentalen Angebotsengpässe langfristig preistreibend sein.
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Zur AktienanalyseKupfer gilt als Schlüsselrohstoff für die Energiewende und die Elektrifizierung der Wirtschaft – von Elektrofahrzeugen über Windkraftanlagen bis hin zu Stromnetzen. Die strukturelle Nachfrage bleibt damit langfristig robust, während neue Minenkapazitäten nur langsam erschlossen werden können. Genau dieses Ungleichgewicht dürfte laut Bernstein gegen Ende der 2020er-Jahre zu den prognostizierten Angebotsdefiziten führen.
Für deutsche Privatanleger, die in Rohstoffe oder Bergbauaktien investieren, liefert die Bernstein-Analyse einen wichtigen Orientierungsrahmen. Die Prognose zeigt: Kurzfristig bleibt der Kupfermarkt von makroökonomischen Unsicherheiten geprägt, langfristig sprechen die Fundamentaldaten jedoch für steigende Preise.


