Bernstein startet KI-Analyse: Z.ai bevorzugt gegenüber Minimax
Das Analysehaus Bernstein nimmt chinesische KI-Labore unter die Lupe und sieht enormes Marktpotenzial von bis zu 200 Milliarden Dollar.

Das Analysehaus Bernstein hat die Beobachtung börsennotierter chinesischer KI-Labore aufgenommen und dabei einen optimistischen langfristigen Ausblick für den Sektor formuliert. Z.ai erhält die Einstufung „Outperform", während Minimax mit „Market-Perform" bewertet wird. Bernstein begründet dies damit, dass die Entwicklung sogenannter Frontier-KI – also hochleistungsfähiger KI-Modelle an der technologischen Spitze – eine zentrale technologische und strategische Priorität in China bleiben werde.
Die Analysten sehen Chinas führende KI-Entwickler gut positioniert, um von mehreren positiven Entwicklungen zu profitieren: der Lockerung inländischer Engpässe bei der Rechenleistung, verbesserten Reasoning-Fähigkeiten sowie der zunehmenden Akzeptanz kostengünstigerer Open-Source-Modelle. Bernstein schätzt, dass der chinesische KI-Markt – ohne Verbraucheranwendungen – einen jährlichen Umsatz von 100 bis 200 Milliarden US-Dollar generieren könnte. Kontinuierliche Investitionen in die heimische KI-Infrastruktur sollen das langfristige Wachstum zusätzlich stützen.
Z.ai als klarer Favorit
Bernstein bezeichnet Z.ai als seinen bevorzugten Titel im Sektor und setzt ein Kursziel von HK$1.350 fest. Als Hauptgründe nennt das Brokerhaus die Forschungskompetenz des Unternehmens sowie das wettbewerbsfähige Modell GLM-5.2. Die Analysten erwarten zudem, dass der Umsatz von Z.ai in den kommenden Jahren die Konsensschätzungen übertreffen wird.
Trotz fortgesetzter Investitionen in Forschung und Entwicklung geht Bernstein davon aus, dass Z.ai um das Jahr 2028 den operativen Break-even auf Non-GAAP-Basis erreichen wird. Zuletzt hatte eine Kursschwäche nach dem Start des Konkurrenzmodells Kimi K3 die Erwartungen neu kalibriert. Bernstein betont jedoch, dass Z.ai weiterhin gut aufgestellt sei, da seine auf Programmierung (Coding) spezialisierten KI-Modelle zu den wettbewerbsfähigsten in China zählen. Das kommende Modell GLM-5.3 sowie vortrainierte Modelle der nächsten Generation werden als wichtige Kurstreiber eingestuft.
Minimax unter Druck durch schwaches M3-Modell
Minimax hingegen stuft Bernstein mit „Market-Perform" und einem Kursziel von HK$275 ein. Die Analysten sehen das M3-Pro-Modell der nächsten Generation als entscheidende Veröffentlichung – nach der enttäuschenden Performance des Vorgängers M3 steht das Unternehmen unter erheblichem Druck. Zwar erwartet Bernstein, dass sich das Wachstum des jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) mit neueren Modellen verbessern wird.
Dennoch sieht das Brokerhaus den strategischen Fokus von Minimax auf KI-Videogenerierung kritisch. Dieser Bereich biete langfristig eine geringere Umsatzchance als Coding- und agentenbasierte KI-Anwendungen – Segmente, in denen Z.ai deutlich stärker positioniert ist.
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Zur AktienanalyseWettbewerb verlagert sich zu Kosteneffizienz
Auf Sektorebene erwartet Bernstein eine bedeutende Verschiebung im KI-Wettbewerb: Statt reiner Reasoning-Fähigkeit rücken Kosteneffizienz und die Verfügbarkeit von Rechenleistung zunehmend in den Vordergrund, da immer mehr KI-Anwendungen kommerziell rentabel werden. Dennoch bleibt laut Bernstein die Forschungskapazität und die Leistung von Frontier-Modellen der primäre Treiber für die Bewertung von KI-Laboren.
Für deutsche Anleger, die den chinesischen KI-Sektor im Blick haben, liefert die Bernstein-Analyse eine klare Orientierung: Z.ai gilt als der aussichtsreichere Wert, während Minimax zunächst liefern muss, bevor eine höhere Bewertung gerechtfertigt erscheint.


