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Bessent offen für erneute Yen-Intervention mit Japan

US-Finanzminister Scott Bessent signalisiert Bereitschaft zu weiteren koordinierten Devisenmarktinterventionen und fordert Ausbau der Fed-Absicherung.

Bessent offen für erneute Yen-Intervention mit Japan

US-Finanzminister Scott Bessent hat am Sonntag unmissverständlich klargemacht, dass die Vereinigten Staaten erneut gemeinsam mit Japan am Devisenmarkt intervenieren würden, sollte der Yen weiter unter Druck geraten. In einem Post auf der Plattform X erklärte Bessent, man werde „nicht zögern, sich an weiteren gemeinsamen Interventionen zu beteiligen". Hintergrund ist eine koordinierte Aktion beider Länder vom Freitag, die ungeordneten Yen-Bewegungen entgegenwirkte.

Der Yen war in der vergangenen Woche auf neue 40-Jahres-Tiefs gegenüber dem US-Dollar gefallen. Bessent bezeichnete die Intervention als Reaktion auf eine „erhebliche Unterbewertung des Yen" und betonte, das US-Finanzministerium stehe weiterhin „wachsam und in engem Austausch" mit der Bank of Japan und dem japanischen Finanzministerium. Die Aktion wurde auch von Präsident Donald Trump bestätigt.

FIMA-Repo-Fazilität im Fokus

Bessent deutete in seinem Post an, dass bei der koordinierten Aktion die sogenannte FIMA-Repo-Fazilität der Federal Reserve genutzt wurde. Diese Kreditfazilität für ausländische und internationale Währungsbehörden wurde während der COVID-19-Pandemie von der Fed eingerichtet. Sie ermöglicht es Ländern, die US-Staatsanleihen bei der New York Fed hinterlegt haben, kurzfristige US-Dollar-Kredite von bis zu 60 Milliarden Dollar für eine Laufzeit von bis zu sieben Tagen zu erhalten.

Die Kredite werden zu einem Zinssatz angeboten, der in der Regel über dem Repo-Satz des freien Marktes liegt. Damit soll die Nutzung auf Zeiten von Marktstress begrenzt bleiben. Für Japan ist die Fazilität besonders relevant: Das Land hielt laut US-Finanzministeriumsdaten Ende Mai US-Staatsanleihen im Wert von 1,14 Billionen Dollar – mehr als jedes andere Ausland und nur hinter der Fed selbst.

Die Nutzung der FIMA-Fazilität hätte für Japan einen entscheidenden Vorteil: Das Land könnte Mittel für Yen-Käufe beschaffen, ohne seine umfangreichen Bestände an US-Staatsanleihen direkt verkaufen zu müssen. Ein solcher Verkauf würde die Anleiherenditen weiter in die Höhe treiben – ein Problem, das sich bereits abzeichnete, nachdem die Fed in der vergangenen Woche die Zinsen unverändert gelassen hatte. Derzeit haben ausländische Zentralbanken und Währungsbehörden laut jüngsten Fed-Daten knapp 3 Billionen Dollar bei der New York Fed hinterlegt, davon rund 2,65 Billionen Dollar in Staatsanleihen.

Neue Aufgabe für Fed-Chef Warsh

Bessent forderte zudem eine Aufstockung der FIMA-Fazilität in den kommenden Monaten: „Die FIMA-Repo-Fazilität ist eine wichtige Absicherung. Wir sollten eine Aufstockung in den kommenden Monaten fördern." Diese Forderung würde jedoch erhebliche Konsequenzen für den designierten neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh bedeuten.

Warsh steht bereits vor einer langen Aufgabenliste: Überprüfungen der Kommunikations- und Bilanzpolitik der Fed, die Bekämpfung anhaltender Inflation sowie der Umgang mit wachsenden Meinungsverschiedenheiten unter den Fed-Entscheidungsträgern – während Präsident Trump gleichzeitig Zinssenkungen fordert. Da die FIMA-Fazilität vom Offenmarktausschuss (FOMC) eingerichtet wurde, würden Änderungen an den Kreditparametern die Zustimmung des Ausschusses erfordern. Die nächste reguläre Sitzung ist erst für Mitte September geplant.

Lob für Japans Wirtschaftskurs

Neben der Interventionsbereitschaft lobte Bessent auch die Wirtschaftspolitik der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi. Er erklärte, Japan trete in eine „spannende neue Phase der Abenomics ein, da fast 15 Jahre kraftvoller Stimulierungsmaßnahmen eine dauerhafte, robuste wirtschaftliche Dynamik geschaffen haben". Der Begriff Abenomics bezieht sich auf das Wirtschaftsprogramm des früheren Premierministers Shinzo Abe, das dieser 2012 zur Überwindung von Jahrzehnten der Deflation und wirtschaftlichen Stagnation einleitete.

Die Aussagen Bessents unterstreichen, wie eng die wirtschaftspolitische Koordination zwischen Washington und Tokio derzeit ist. Für Anleger und Devisenhändler bedeutet dies: Die USA stehen bereit, bei weiterer Yen-Schwäche erneut einzugreifen – und wollen die dafür nötigen Instrumente sogar ausbauen.

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