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Bessent: USA und Iran kurz vor Einigung über Hormusstraße

US-Finanzminister Bessent sieht eine baldige Einigung mit dem Iran – doch widersprüchliche Signale aus der Region sorgen weiter für Unsicherheit.

Bessent: USA und Iran kurz vor Einigung über Hormusstraße

US-Finanzminister Scott Bessent hat sich optimistisch über eine rasche Einigung mit dem Iran gezeigt. Gegenüber dem Sender CNBC erklärte er, es bestehe die „Chance, dass wir heute oder morgen eine Einigung erzielen", um die Straße von Hormus zu öffnen und „zu einer normalisierteren Position in diesem Konflikt überzugehen". Die Aussagen sorgten zunächst für Bewegung an den Ölmärkten.

Katar, das als regionaler Vermittler zwischen dem Iran und den USA fungiert, bestätigte Medienberichten zufolge, dass die diplomatischen Bemühungen andauern. Der Schwerpunkt liege auf Deeskalation und der Wiederöffnung der strategisch bedeutsamen Meerenge. Berichten zufolge wurde der Wortlaut für ein mögliches Abkommen bereits entworfen und kursiere unter den Verhandlungsführern. Direkte Gespräche zwischen den Parteien gibt es demnach jedoch noch nicht.

Ölpreise geben frühe Gewinne wieder ab

Die Ölmärkte reagierten unmittelbar auf die Nachrichten. Die Terminkontrakte der Nordseesorte Brent, der globalen Referenzsorte, fielen um 2,9 Prozent auf 81,38 US-Dollar pro Barrel – nachdem sie zuvor noch um mehr als 2,5 Prozent zugelegt hatten. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) sank sogar um 3,2 Prozent auf 77,75 US-Dollar pro Barrel. Der Kursrückgang könnte einige der Marktsorgen über eine anhaltende Versorgungsstörung zumindest kurzfristig lindern.

Parallel dazu gaben auch die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen nach. Diese bewegen sich tendenziell entgegengesetzt zu den Preisen und gelten als Maßstab für Zinserwartungen. Ein Rückgang der Renditen signalisiert, dass die Märkte die unmittelbaren Inflations- und Zinsrisiken vorerst etwas geringer einschätzen.

Widersprüchliche Signale aus dem Nahen Osten

Trotz der diplomatischen Hoffnungszeichen bleibt die Lage angespannt. Am frühen Dienstag traf ein neuer Angriff ein Schiff, das die Straße von Hormus passierte – so die Überwachungsbehörde für den Seeverkehr der britischen Marine (UKMTO). Die Behörde machte keine Angaben zur Verantwortlichkeit des Angriffs. Der Vorfall steht exemplarisch für den wiederkehrenden Kreislauf aus Eskalation und Entspannung, der den Konflikt seit Monaten prägt.

Der Schiffsverkehr durch die lebenswichtige Wasserstraße blieb gering, während die militärischen Spannungen im Persischen Golf weiterhin erhöht sind. Experten warnen, dass anhaltende Störungen der regionalen Rohölversorgung einen Inflationsschub auslösen und Zentralbanken zu Zinserhöhungen zwingen könnten – ein Szenario, das Anleger weltweit beunruhigt.

Auch auf diplomatischer Ebene gibt es widersprüchliche Signale. US-Präsident Donald Trump hatte zu Wochenbeginn erklärt, dass wiederaufgenommene Gespräche mit dem Iran bald beginnen würden. Der iranische Außenminister Esmail Baghaei dementierte jedoch, dass ein solcher Dialog stattfinde. Trump bezeichnete die iranische Führung daraufhin als „unglaublich doppelzüngig". Teheran bestätigte immerhin, dass Gespräche mit dem Oman über den Status der Straße von Hormus im Gange seien.

Die Analysten der japanischen Bank Mizuho fassten die Lage in einer Mitteilung an Kunden treffend zusammen: Das kurzfristige geopolitische Umfeld sei „etwas unklar". Für Anleger bedeutet dies, dass die Volatilität an den Energie- und Anleihemärkten vorerst bestehen bleiben dürfte – trotz der vorsichtig optimistischen Töne aus Washington und Doha.

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