Best Buy-Chefin Corie Barry tritt nach verhaltenen Wachstumsjahren zurück
Der US-Elektronikhändler Best Buy bekommt einen neuen CEO: Corie Barry übergibt Ende Oktober an Nachfolger Jason Bonfig.

Best Buy steht vor einem Führungswechsel: Vorstandsvorsitzende Corie Barry wird ihre Position als CEO des US-amerikanischen Elektronikhändlers Ende Oktober dieses Jahres aufgeben. Das Unternehmen gab den Schritt am Mittwoch bekannt. Gleichzeitig scheidet die 51-Jährige aus dem Verwaltungsrat aus.
Als ihr Nachfolger wurde Jason Bonfig bestimmt, eine langjährige Führungskraft im Unternehmen. Der 49-Jährige ist derzeit als Chief Customer, Product and Fulfillment Officer bei Best Buy tätig und wird mit der Übernahme des CEO-Postens auch in den Verwaltungsrat einziehen.
Bonfig: Ein Best-Buy-Veteran übernimmt das Steuer
Bonfig ist kein Unbekannter im Unternehmen. Er stieß bereits 1999 als Bestandsanalyst zu Best Buy und durchlief seither verschiedene Positionen im Merchandising-Bereich. Seine langjährige Erfahrung im operativen Kerngeschäft des Händlers gilt als solide Grundlage für die neue Aufgabe an der Unternehmensspitze.
Barry selbst wird dem Unternehmen nach ihrem Rücktritt noch sechs Monate lang als Beraterin zur Verfügung stehen. Damit soll ein geordneter Übergang sichergestellt werden.
Der Führungswechsel kommt nach Jahren, in denen Best Buy ein verhaltenes Umsatzwachstum verzeichnete, das den Aktienkurs des Unternehmens belastete. Die Aktie notiert unter dem Kürzel BBY und verlor zuletzt rund 4,67 Prozent.
Barrys Amtszeit: Turnaround und Gegenwind
Als Barry 2019 die Führung übernahm, befand sich Best Buy in einer vergleichsweise starken Position. Dem Unternehmen war es gelungen, sich gegen den wachsenden Druck durch den Online-Riesen Amazon zu behaupten – ein Schicksal, das andere Elektronikhändler nicht teilen konnten. Unternehmen wie Circuit City und Sports Authority mussten Insolvenz anmelden, während Best Buy überlebte und sich neu aufstellte.
Doch Barrys Amtszeit verlief nicht ohne Turbulenzen. Im Jahr nach ihrer Ernennung leitete der Verwaltungsrat eine interne Untersuchung gegen sie ein. Auslöser war ein anonymes Schreiben, in dem behauptet wurde, Barry habe eine Liebesbeziehung mit einer anderen Führungskraft geführt. Das Gremium entschied sich damals, sie in ihrer Funktion zu belassen, und machte die Ergebnisse der Untersuchung nicht öffentlich.
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Zur AktienanalyseHerausforderungen für den neuen CEO
Für Bonfig wird die zentrale Aufgabe darin bestehen, das Wachstum des Unternehmens wieder zu beleben. Der stationäre Elektronikhandel steht branchenweit unter Druck – durch den anhaltenden Wettbewerb mit Online-Plattformen, veränderte Konsumgewohnheiten und ein schwieriges makroökonomisches Umfeld.
Best Buy ist einer der letzten großen stationären Elektronikhändler in den USA und damit ein wichtiger Gradmesser für die Gesundheit des Sektors. Wie gut es Bonfig gelingt, das Unternehmen zu stabilisieren und neue Wachstumsimpulse zu setzen, dürfte Anleger und Marktbeobachter in den kommenden Quartalen genau beschäftigen.


