Best Buy übertrifft Erwartungen und hebt Quartalsprognose an
Stabile Nachfrage nach Smartphones und Spielkonsolen sowie Wachstum im Werbegeschäft treiben den US-Elektronikhändler an.

Der US-amerikanische Elektronikhändler Best Buy hat am Donnerstag einen optimistischen Ausblick für das zweite Quartal gegeben und die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Die Aktie legte im frühen Handel um 8% zu – ein deutliches Signal, dass Investoren die Zahlen positiv aufnehmen. In den vergangenen zwölf Monaten hatte das Papier noch rund 10% an Wert verloren.
Treiber des Wachstums sind eine stabile Nachfrage nach Smartphones und Spielkonsolen sowie ein zunehmendes Geschäft in den Werbe- und Marktplatzkanälen des Unternehmens. Produkte wie die Nintendo Switch 2, die PlayStation 5, die Xbox sowie KI-Brillen und Health-Wearables stützten die Nachfrage spürbar. Der vergleichbare Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal, das am 3. Mai endete, um 2% – eine deutliche Erholung gegenüber dem Rückgang von 0,7% im Vorjahreszeitraum und besser als die von Analysten erwarteten rund 1%.
Beim Gewinn je Aktie meldete Best Buy 1,28 US-Dollar, nach 1,15 US-Dollar im Vorjahr. Analysten hatten lediglich 1,23 US-Dollar erwartet – auch hier übertraf das Unternehmen die Schätzungen.
Umsatzwachstum verlangsamt sich, bleibt aber positiv
Die Umsätze im Mai stiegen zunächst im hohen einstelligen Bereich, werden sich im laufenden Quartal jedoch voraussichtlich auf etwa 1% verlangsamen. Hintergrund ist ein Basiseffekt: Im Vorjahr hatte die starke Markteinführung der Nintendo Switch 2 für außergewöhnlich hohe Vergleichswerte gesorgt. Dennoch ist der Ausblick optimistischer als die Analystenerwartungen, die von einem Umsatzrückgang von 0,4% ausgegangen waren.
Für das Gesamtjahr 2027 hält Best Buy an seiner Prognose fest: Der vergleichbare Umsatz soll sich im Bereich von minus 1% bis plus 1% bewegen, bei einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 6,30 und 6,60 US-Dollar. Das Unternehmen zeigt sich damit trotz eines herausfordernden Konsumumfelds stabil aufgestellt.
Finanzvorstand Matt Bilunas gab sich zuversichtlich: „Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir keine Anzeichen für wesentliche Engpässe bei der Lagerversorgung für den Rest des Geschäftsjahres 2027." Best Buy hat zudem Importe von Computern und anderer Elektronik vorgezogen, um steigende Kosten durch einen weltweiten Engpass bei Speicherchips – ausgelöst durch die KI-gesteuerte Nachfrage – abzufedern.
Führungswechsel und Fokus auf margenstärkere Bereiche
CEO Corie Barry wird Ende Oktober zurücktreten. Ihr Nachfolger wird Jason Bonfig, ein langjähriger Mitarbeiter des Unternehmens. Von ihm wird erwartet, dass er den Fokus auf das margenstärkere Werbe- und Marktplatzgeschäft legt. Bonfig skizzierte bereits Pläne, die Einzelhandels-, Medien- und Technologieplattform des Unternehmens zu schärfen, die Reichweite durch Marktplatzangebote auszubauen und das Kundenerlebnis zu verbessern.
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Zur AktienanalyseBest Buy hat sein Angebot in Bereichen wie dem Geek-Squad-Support und kostenpflichtigen Mitgliedschaften ausgebaut – Geschäftsfelder, die höhere Margen versprechen als der klassische Produktverkauf. Analysten sehen darin eine zukunftsfähige Strategie, gerade mit Blick auf den wachsenden Wettbewerb im Elektronikeinzelhandel.
Marktbeobachter blicken optimistisch auf die kommenden Jahre: „Mit Blick auf die Zukunft könnte der Zeitraum 2026-27 ein idealer Zeitpunkt für KI-gestützte Hardware-Upgrades sein, da die erste Generation von KI-PCs erschwinglicher wird", sagte Michael Ashley Schulman, Partner bei Cerity Partners.
Die Verbraucher zeigen sich zwar bei größeren Anschaffungen angesichts steigender Treibstoffkosten weiterhin wählerisch, sind jedoch bereit, für teurere Produkte Geld auszugeben, wenn Ersatzbedarf besteht oder neue Technologien locken. Best Buy erwartet zudem nur begrenzte Auswirkungen auf die Nachfrage durch mögliche Preiserhöhungen im laufenden Quartal, da Kunden ihre Käufe flexibel über verschiedene Preisstufen hinweg anpassen.


