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BHP stoppt Versuch zur Anglo-Übernahme

Unternehmen richtet Fokus auf Zusammenschluss mit Teck im Kupfermarkt

BHP stoppt Versuch zur Anglo-Übernahme

Der Rohstoffkonzern BHP hat überraschend seinen Übernahmeversuch für Anglo American beendet, nachdem der Konkurrent die Offerte laut Insiderkreisen zurückgewiesen hatte. Der Schritt erfolgte nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der Initiative, wodurch der Versuch einer Fusion zweier der größten Unternehmen der Branche vorerst nicht weiterverfolgt wurde. BHP erklärte, sich stattdessen auf die geplante Verbindung mit dem kanadischen Konzern Teck Resources zu konzentrieren, deren Aktionäre in wenigen Wochen über einen Zusammenschluss abstimmen sollen.

Die Entwicklung fällt in eine Phase steigenden Drucks innerhalb der Rohstoffindustrie. Besonders im Kupfergeschäft wächst die Bedeutung strategischer Partnerschaften, da das Metall aufgrund der weltweiten Elektrifizierungsprozesse zunehmend knapp wird. Anglo American und Teck zählen seit geraumer Zeit zu den zentralen Produzenten in diesem Segment. Marktbeobachter gehen davon aus, dass ein vereintes Unternehmen aus Anglo und Teck künftig schwerer angreifbar wäre, was die Initiative von BHP beeinflusst haben dürfte. Die Reaktion vieler Investoren spiegelte zunächst Überraschung wider, während der Aktienkurs von BHP nach einem kurzen Anstieg wieder nachgab.

Bereits im Vorjahr hatte BHP versucht, Anglo American zu übernehmen. Der damalige Vorstoß, der mit rund 49 Milliarden Dollar bewertet wurde, scheiterte jedoch an der Forderung, dass Anglo bestimmte Geschäftsbereiche in Südafrika abspaltet. Nach einem sechs Wochen langen Annäherungsprozess zog BHP die Offerte schließlich zurück. Die aktuelle Entscheidung steht damit in einer Reihe weiterer gescheiterter Versuche, die Position im globalen Wettbewerb um strategische Rohstoffe auszubauen.

Branchenexperten betonen, dass BHP sich nun verstärkt auf bestehende Großprojekte konzentrieren müsse. Dazu zählen die Kupfermine Escondida in Chile, das Vicuna-Projekt in Argentinien sowie neue Investitionen im Süden Australiens. Der Konzern verweist zudem auf die langfristigen Chancen der eigenen Wachstumsstrategie und bewertet den bisherigen Kurs als tragfähige Grundlage für die kommenden Jahre. Angaben zu Details des zurückgezogenen Angebots wurden nicht gemacht.

Die Anteilseigner von Anglo American und Teck sollen am 9. Dezember über ihren geplanten Zusammenschluss abstimmen, der zusätzlich eine Reihe regulatorischer Prüfungen durchlaufen muss. Der Markt wartet gespannt auf die weiteren Entwicklungen, da die Entscheidung bedeutende Auswirkungen auf die Struktur des globalen Kupfergeschäfts haben dürfte.

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