Big-Tech-Quartalszahlen: Gewinner und Verlierer der Woche
Eine ereignisreiche Berichtssaison bei den Tech-Giganten sorgte für massive Kursbewegungen – mit Gewinnern wie Microsoft und Amazon sowie Verlierern wie Apple und Meta.

Die Quartalszahlensaison der großen Technologiekonzerne hat in der vergangenen Woche für erhebliche Bewegungen an den Börsen gesorgt. Während Microsoft und Amazon mit starken Ergebnissen überzeugten, enttäuschten Apple und Meta die Anleger. Besonders volatil zeigte sich dabei der Speicherchip-Sektor, der im Wochenverlauf massive Schwankungen erlebte.
Microsoft gehörte zu den klaren Gewinnern der Woche. Die Aktie stieg am Donnerstag um über 15% und legte bis Freitag um weitere 2,5% zu. Ausschlaggebend waren überzeugende Quartalsergebnisse sowie eine über den Prognosen liegende Umsatzprognose für das laufende Quartal. Getrieben wurden die Ergebnisse durch ein besser als erwartet ausgefallenes Wachstum im Cloud-Geschäft.
Die Analysten von Barclays erklärten, die Ergebnisse gäben Anlegern Grund, die Aktie neu zu bewerten, die im Vorfeld des Berichts seit Jahresbeginn um mehr als 19% gefallen war. „Das Unternehmen liefert ein besseres Wachstum bei Azure und schließlich auch bei Office, während es bei den Capex-Aussichten und den Free-Cashflow-Zielen keine negativen Überraschungen gab", schrieben sie. Der Ausblick für die Investitionsausgaben für das Kalenderjahr 2026 blieb unverändert.
Apple und Meta enttäuschen die Märkte
Apple erlebte hingegen einen schwachen Freitag: Die Aktie brach um mehr als 9% ein und fiel auf rund 300 US-Dollar – ein Niveau, das seit Anfang des Monats nicht mehr erreicht worden war. Auslöser war eine enttäuschende Umsatzprognose für das September-Quartal, die ein Wachstum von 9% bis 11% in Aussicht stellt. Analysten hatten rund 12% erwartet. Auch die Prognose für die Bruttomarge blieb hinter den Erwartungen zurück.
KeyBanc-Analyst Brandon Nispel bekräftigte nach den Ergebnissen seine Einstufung „Underweight" mit einem Kursziel von 250 US-Dollar. Er verwies darauf, dass zwar die Ergebnisse für iPhone und Mac über den Schätzungen lagen, das iPad jedoch enttäuschte. Zudem würden erhebliche Lieferengpässe sowie Währungsgegenwind den Umsatz künftig belasten können.
Meta verzeichnete im Wochenverlauf einen Rückgang von 9%, nachdem das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorgelegt hatte. Die Erwartungen wurden verfehlt, und die Umsatzprognose für das dritte Quartal lag unter den Schätzungen der Wall Street. Die Gesamtkosten und Ausgaben stiegen um 55% auf 42,03 Milliarden US-Dollar, darunter 2,4 Milliarden US-Dollar an Rechtskosten sowie 1,18 Milliarden US-Dollar an Abfindungskosten im Zusammenhang mit dem Stellenabbau im Mai.
Die Analysten der Bank of America erklärten, der deutliche Kursrückgang spiegele die Sorgen der Anleger über die Investitionsstrategie von Meta wider. Sie merkten jedoch an, dass viele der erhöhten Kosten im Jahr 2027 wahrscheinlich nicht erneut anfallen würden.
Amazon glänzt mit Cloud-Wachstum und KI-Investitionen
Amazon gehörte zu den größten Gewinnern der Woche unter den Megacaps. Die Aktie stieg am Freitag um mehr als 15%, nachdem das Unternehmen die Umsatzschätzungen für das zweite Quartal dank eines beschleunigten Cloud-Wachstums übertroffen hatte. Das Unternehmen hob seine Ausgabenprognose für das Gesamtjahr um 20 Milliarden US-Dollar auf 220 Milliarden US-Dollar an – begründet mit gestiegenen Kosten für Speicherchips sowie anhaltenden Investitionen in die KI-Infrastruktur. Die Investitionsausgaben der letzten zwölf Monate stiegen auf 173 Milliarden US-Dollar.
Cantor-Fitzgerald-Analyst Deepak Mathivanan behielt seine Einstufung „Overweight" bei, senkte jedoch sein Kursziel von 330 auf 320 US-Dollar. „Wir glauben weiterhin, dass die Beschleunigung bei AWS noch viel Spielraum hat, da sich die Einführung von KI in Unternehmen in den nächsten Quartalen beschleunigen wird", sagte er.
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Zur AktienanalyseSpeicherchip-Sektor mit extremer Volatilität
Titel aus dem Speicherchip-Sektor erlebten eine besonders turbulente Woche. Sie gaben bis Mittwoch deutlich nach, bevor sie am Donnerstag eine kräftige Erholung einleiteten. Auslöser für die Erholung war eine Andeutung von Samsung, dass sich der HBM-Lieferengpass bis 2027 verschärfen würde. Berichte über den Zusammenbruch des Hedgefonds Situational Awareness von Leopold Aschenbrenner schürten zudem Spekulationen, dass Zwangsverkäufe die vorangegangenen Rückgänge verstärkt hatten.
Die Wochenbilanz der Speicherchip-Werte fiel trotz der Erholung negativ aus:
- Micron verlor im Wochenverlauf 11,5%, trotz eines Anstiegs von 18,4% am Donnerstag
- SanDisk fiel um 18,6%, obwohl die Aktie am Donnerstag um 26% nach oben drehte
- SK Hynix büßte im Wochenverlauf 8,9% ein
Die Woche verdeutlicht einmal mehr, wie stark die Märkte auf Quartalsergebnisse und Unternehmensausblicke reagieren – insbesondere in einem Umfeld, das von KI-Investitionen, Lieferkettenrisiken und makroökonomischen Unsicherheiten geprägt ist.


