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Bilanz der Deutschen Bahn: Passagierzahlen steigen, aber Pünktlichkeit bleibt Problem

Trotz gestiegener Passagierzahlen droht der Bahn ein Pünktlichkeitsproblem, da das Schienennetz ausgelastet ist

Bilanz der Deutschen Bahn: Passagierzahlen steigen, aber Pünktlichkeit bleibt Problem

Die Deutsche Bahn kann auf ein erfolgreiches Jahr 2022 zurückblicken, mit einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro. Zudem verzeichnet die Bahn einen Anstieg der Passagierzahlen im Fernverkehr von rund 40 Prozent. Trotzdem hat der Staatskonzern immer noch mit einem schwerwiegenden Problem zu kämpfen: Die Unpünktlichkeit der Züge erreicht mit 65,2 Prozent ein neues Rekordhoch. Die Investitionsrückstände im Schienennetz sollen die Hauptursache dafür sein. Die Bahn will daher in den kommenden Jahren mit aufwändigen Generalsanierungen ganze Abschnitte modernisieren. Die Strategie ist jedoch nicht ohne Kritik, denn Vollsperrungen für wichtige Verbindungen sind die Folge.

Bahnchef Richard Lutz stellt leichte Verbesserungen in Aussicht und sein Ziel ist es, die Pünktlichkeit auf deutlich mehr als 70 Prozent zu verbessern. Verkehrsminister Volker Wissing schätzt die Lage anders ein und sieht das Ziel einer pünktlicheren Bahn erst 2030 erreicht. Die Konzernspitze der Bahn lässt sich trotzdem nicht von den Problemen bremsen und gönnt sich höhere Bezüge. Bahnchef Lutz hat seinen Bonus auf mehr als 1,26 Millionen Euro gesteigert, die Gesamtvergütung von Infrastrukturvorstand Berthold Huber liegt bei 1,41 Millionen Euro, und der Personalvorstand Martin Seiler verdient 1,39 Millionen Euro.

Das Kerngeschäft, der Personenverkehr, läuft jedoch weiterhin schlecht und die Logistiktochter DB Schenker muss die Verluste ausgleichen. Doch die Zukunft der DB Schenker ist ungewiss, da der Bund als Alleineigentümer der Bahn den Auftrag erteilt hat, einen Verkauf zu prüfen. Die Bahn betont, dass ein Verkauf nur wirtschaftlich sinnvoll wäre und die Prüfung läuft noch.

Für das laufende Jahr rechnet die Bahn jedoch nicht mit einem Gewinn für den Gesamtkonzern. Stattdessen soll das operative Minus nach derzeitiger Schätzung rund eine Milliarde Euro betragen. Hintergrund sind die gestiegenen Energiekosten, höhere Einkaufspreise für Güter und Dienstleistungen und eine möglicherweise deutliche Lohnerhöhung für die Beschäftigten. Dennoch will das Unternehmen in die Infrastruktur investieren und auch ohne Finanzierungszusagen des Bundes in Vorleistung gehen. Das Schienennetz ist so marode, dass eine Sanierung keinen Aufschub zulasse, heißt es aus dem Unternehmen.

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