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Bill Ackman: Pershing Square kämpft mit Performance-Schwäche und Kursabschlägen

Während der S&P 500 glänzt, hinken Ackmans Fonds hinterher – ein Kursabschlag von 22 % auf den Nettoinventarwert alarmiert Anleger.

Bill Ackman: Pershing Square kämpft mit Performance-Schwäche und Kursabschlägen

Bill Ackman, einer der bekanntesten Hedgefonds-Manager der Wall Street, steht derzeit unter erheblichem Druck. Seine Investmentfonds bleiben deutlich hinter der allgemeinen Marktentwicklung zurück. Während der S&P 500 im laufenden Jahr eine Gesamtrendite von 13,7 % erzielte, verzeichnete sein in London gelisteter Fonds Pershing Square Holdings einen Rückgang von über 4 %. Das ist eine erhebliche Underperformance, die Anleger und Marktbeobachter gleichermaßen aufhorchen lässt.

Auch der neu aufgelegte US-Fonds Pershing Square USA (PSUS) enttäuscht bislang. Seit seinem Debüt Ende April konnte er bis zum vergangenen Dienstag lediglich ein Plus von 0,6 % erwirtschaften. Ackman selbst bezeichnete die aktuelle Kursentwicklung der PSUS-Aktie als „geradezu absurd". Mit einem Abschlag von 22 % auf den Nettoinventarwert der zugrunde liegenden Positionen gehört der Fonds zu den größten Ausreißern unter den US-geschlossenen Fonds – ein ungewöhnlich hohes Discount-Niveau, das auf mangelndes Anlegervertrauen hindeutet.

Als wesentliche Ursache für die schwache Performance gilt das Verpassen des KI-Booms. Laut dem WSJ Finance-Bericht verpassten Ackmans Fonds den massiven Aufwärtstrend bei KI-Infrastruktur- und Chipherstellern, der 2024 und 2025 die Märkte dominierte. Zusätzlich belasteten langjährige Beteiligungen wie Fannie Mae und die Universal Music Group die Gesamtrendite des Portfolios spürbar.

Portfolioumbau soll die Wende bringen

Um gegenzusteuern, haben Ackman und sein Chief Investment Officer Ryan Israel das Portfolio grundlegend umgestaltet. Mit den Erlösen aus dem Börsengang von PSUS wurden neue Positionen in sechs Unternehmen aufgebaut. Zu den neu eingegangenen Beteiligungen zählen:

  • Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard
  • Finanzdienstleister S&P Global und Intercontinental Exchange
  • Augenheilkunde-Unternehmen Alcon

Diese Neuausrichtung soll das Portfolio breiter aufstellen und die Abhängigkeit von einzelnen, schwächelnden Positionen reduzieren. Für deutsche Anleger sind vor allem Visa, Mastercard und S&P Global bekannte Namen mit stabilen Geschäftsmodellen und globaler Reichweite.

Rückkehr zu Netflix – trotz früherem Milliardenverlust

Besondere Aufmerksamkeit erregt dabei die Rückkehr zu Netflix. Die Netflix-Position umfasst laut Angaben vom 30. Juni 3,15 Millionen Aktien und macht rund 4,9 % des PSUS-Portfolios aus. Dies ist bemerkenswert, da Ackman seine vorherige Netflix-Beteiligung im April 2022 mit einem Verlust von über 400 Millionen US-Dollar abgestoßen hatte – ein spektakulärer Fehltrade, der damals für großes Aufsehen sorgte.

In einem Schreiben an die Aktionäre begründeten Ackman und Israel den Wiedereinstieg damit, dass Netflix die „Streaming-Kriege effektiv gewonnen" habe und nun in der Lage sei, Konkurrenten bei den Content-Ausgaben zu übertreffen. Die Überzeugung: Netflix hat sich als dominante Plattform im globalen Streaming-Markt etabliert und verfügt über eine strukturelle Wettbewerbsstärke, die langfristig Früchte tragen soll.

Dennoch bleibt die Situation nicht ohne Herausforderungen. Das Umsatzwachstum von Netflix verlangsamt sich, wobei das Management für das dritte Quartal ein Wachstum von lediglich 11,7 % im Jahresvergleich prognostiziert hat. Ob Ackmans erneute Wette auf den Streaming-Giganten diesmal aufgeht, bleibt abzuwarten. Der Portfolioumbau zeigt zumindest, dass Pershing Square aktiv auf die Schwächephase reagiert – der Erfolg dieser Maßnahmen wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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