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Bill Pulte übernimmt DNI-Amt trotz massivem Widerstand im Kongress

Trumps umstrittener Kandidat Bill Pulte soll US-Geheimdienstkoordinator werden – trotz Bedenken wegen mangelnder Erfahrung und Sicherheitsrisiken.

Bill Pulte übernimmt DNI-Amt trotz massivem Widerstand im Kongress

Bill Pulte, Präsident Donald Trumps umstrittene Wahl für das Amt des kommissarischen Director of National Intelligence (DNI), steht kurz davor, diese Schlüsselrolle zu übernehmen. Trump hat damit die Bemühungen republikanischer Senatoren blockiert, die Bestätigung von Jay Clayton für diesen Posten im Eilverfahren durchzusetzen. Pulte soll damit Zugang zu den geheimsten US-Geheimdienstdaten erhalten.

Der überraschende Schritt des Präsidenten löste parteiübergreifende Kritik aus. Sowohl Republikaner als auch Demokraten stellen Pultes Eignung für das Amt infrage – begründet mit mangelnder Erfahrung im Bereich der nationalen Geheimdienste sowie seinem bisherigen Handeln als Leiter der Federal Housing Finance Agency. In dieser Funktion hatte Pulte mehrere Untersuchungen gegen Trump-Gegner wegen mutmaßlichen Hypothekenbetrugs eingeleitet.

Politisches Kalkül hinter dem Personalstreit

Trump erklärte am Mittwoch faktisch, dass er Pulte als kommissarischen DNI im Amt belassen werde. Gleichzeitig verhinderte er, dass der Senat Clayton noch am selben Tag in seiner Bestätigungsanhörung anhörte. Als Bedingung knüpfte Trump die Verlängerung eines wichtigen nationalen Sicherheitsprogramms an die Verabschiedung des sogenannten SAVE America Act – einem umstrittenen Gesetzentwurf zur Ausweispflicht für Wähler und zum Nachweis der Staatsbürgerschaft.

Trump stellte zudem eine weitere Bedingung: Der Senat müsse zunächst James McDonald, Claytons potenziellen Nachfolger als Bundesanwalt für den südlichen Bezirk von New York, bestätigen, bevor Clayton selbst als nationaler Geheimdienstkoordinator bestätigt werden könne. Dieses Geflecht aus politischen Forderungen bringt den Senat in eine schwierige Lage.

Im Zentrum des Streits steht auch die Verlängerung von Artikel 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) – einem zentralen Instrument der US-Auslandsüberwachung. Die Demokraten haben geschworen, jede FISA-Verlängerung abzulehnen, solange Pulte Trumps Kandidat für den DNI-Posten ist. Unklar ist zudem, ob es überhaupt genügend Stimmen republikanischer Senatoren gibt, um das geforderte Wahlgesetz zu verabschieden.

Scharfe Kritik aus dem Senat

Senator Mark Warner, Demokrat aus Virginia, bezeichnete Pulte am Donnerstag offen als „Bedrohung für die nationale Sicherheit". Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, John Thune aus South Dakota, räumte ein, dass Trump „sehr an Bill Pulte festhält". Thune und andere Republikaner hatten ursprünglich gehofft, durch eine schnelle Bestätigung Claytons die Demokraten zu besänftigen und so den Weg für eine FISA-Verlängerung freizumachen.

Auf die Frage, wie es mit Claytons Nominierung und FISA weitergehe, zeigte sich Thune ratlos: „Ich wurde noch nie zuvor gebeten, eine Nominierung zu verzögern, daher ist das wahrscheinlich eine gute Frage für das Weiße Haus." Unterdessen fordern einige Abgeordnete Trump auf, seine Position zu überdenken.

Hintergrund: Pultes Ernennung und Gabbards Rücktritt

Trump hatte Pulte Anfang des Monats zum kommissarischen DNI ernannt, nachdem Tulsi Gabbard im Mai von dem Posten zurückgetreten war. Nach heftigem Widerstand aus dem Kongress erklärte Trump zunächst, er werde Clayton nominieren – doch nun scheint er von diesem Kurs wieder abzurücken. Der SAVE America Act, dessen Verabschiedung Trump als Bedingung stellt, war zwar im Februar vom Repräsentantenhaus vorangebracht worden, ist aber bisher im Senat ins Stocken geraten.

Kritiker von Trumps Vorgehen warnen, der Präsident gefährde die nationale Sicherheit gleich doppelt: durch die Beförderung des unerfahrenen Pulte und durch das Blockieren jeglichen Fortschritts bei der FISA-Verlängerung. Vizepräsident JD Vance wurde am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus zu den geringen Erfolgsaussichten des Gesetzentwurfs im Senat befragt – eine Antwort, die die Unsicherheit rund um die gesamte Situation unterstreicht.

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