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Binance droht Verlust der EU-Lizenz noch im Juni

Der Lizenzantrag der weltgrößten Kryptobörse bei der griechischen Aufsichtsbehörde soll laut Insidern kurz vor der Ablehnung stehen.

Binance, die weltweit größte Kryptobörse, steht nach Reuters-Informationen kurz vor dem Scheitern ihres EU-Lizenzantrags. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten der Nachrichtenagentur, dass der Antrag innerhalb weniger Wochen abgelehnt werden soll. Ohne eine gültige Lizenz wäre Binance ab Anfang Juli nicht mehr berechtigt, Dienstleistungen für Kunden in der Europäischen Union anzubieten.

Hintergrund ist die neue EU-Regulierung namens MiCA (Markets in Crypto-Assets). Diese Verordnung verpflichtet alle Kryptounternehmen, bis Ende Juni eine entsprechende Lizenz zu erhalten, um ihren Betrieb innerhalb der Union legal fortführen zu dürfen. MiCA gilt als das bislang umfassendste Regelwerk für den Kryptomarkt weltweit und soll Anleger besser schützen sowie einheitliche Standards in allen EU-Mitgliedsstaaten durchsetzen.

Binance hatte seinen Lizenzantrag bei der griechischen Kapitalmarktkommission (HCMC) eingereicht. Ein Vertreter der HCMC lehnte unter Berufung auf Geheimhaltungsvorschriften jeden Kommentar zu dem Vorgang ab.

Binance widerspricht den Berichten

Ein Sprecher von Binance wies die Darstellung zurück. Das Unternehmen habe in den vergangenen 18 Monaten konstruktiv mit den Regulierungsbehörden zusammengearbeitet und sei der Ansicht, die erforderlichen Anforderungen für eine MiCA-Zulassung erfüllt zu haben. „Die HCMC hat keine formellen Hinweise auf das Gegenteil gegeben", erklärte der Sprecher gegenüber Reuters.

Darüber hinaus gehe Binance davon aus, dass die HCMC ihre Prüfung des Antrags abgeschlossen habe und dieser als konform mit den MiCA-Anforderungen angesehen werde. Das Unternehmen betonte, das umfassende Antragsverfahren bei der griechischen Behörde vollständig durchlaufen zu haben.

Richard Teng, Co-CEO von Binance, hatte sich im Februar noch optimistisch gezeigt. Er erklärte damals, Griechenlands Arbeitskräfteangebot und Sicherheitsprofil verschafften dem Land gegenüber größeren Finanzzentren einen Vorteil als regulatorischer Standort in Europa. Teng, ein ehemaliger Aufseher in Singapur und Abu Dhabi, sagte jedoch auch, er werde es der EU überlassen zu entscheiden, ob Binance seine Lizenz bis zur Frist im Juli erhält.

Was eine Ablehnung für EU-Nutzer bedeutet

Sollte der Lizenzantrag tatsächlich abgelehnt werden, hätte dies weitreichende Konsequenzen für Millionen von Krypto-Nutzern in der EU. Binance müsste seinen Betrieb für europäische Kunden ab Anfang Juli einstellen. Nutzer aus Deutschland und anderen EU-Ländern wären damit gezwungen, auf andere lizenzierte Plattformen auszuweichen.

Die Entwicklung zeigt, wie ernst die europäischen Regulierungsbehörden die Umsetzung der MiCA-Verordnung nehmen. Für die Kryptobranche insgesamt ist der Fall Binance ein deutliches Signal: Auch der weltgrößte Anbieter ist nicht vor regulatorischen Konsequenzen gefeit. Die kommenden Wochen bis zur Frist Ende Juni dürften für die Branche und ihre Nutzer richtungsweisend sein.

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