BioNTech übernimmt CureVac nach Freigabe durch Kartellamt
Wettbewerb bleibt laut Behörde unberührt – Fokus des Mainzer Konzerns liegt auf Krebsforschung

BioNTech darf den Tübinger Impfstoffentwickler CureVac übernehmen. Das Bundeskartellamt hat der geplanten Übernahme zugestimmt und sieht den Wettbewerb durch den Zusammenschluss nicht beeinträchtigt. Nach Angaben der Behörde bestehen keine wesentlichen Überschneidungen zwischen den Forschungsprogrammen der beiden Unternehmen. Die Bonner Wettbewerbshüter erklärten, die Forschungspipelines von BioNTech und CureVac unterschieden sich deutlich in Ausrichtung und Umfang. Während BioNTech vor allem in der Onkologie zahlreiche fortgeschrittene Projekte verfolge, befinde sich CureVac lediglich mit wenigen Wirkstoffkandidaten in frühen Entwicklungsphasen.
BioNTech verfügt derzeit über ein einziges vermarktetes Produkt – den gemeinsam mit Pfizer entwickelten Corona-Impfstoff Comirnaty. CureVac dagegen hat bislang keinen zugelassenen Wirkstoff auf dem Markt. Das Unternehmen war während der Pandemie ebenfalls mit der Entwicklung eines mRNA-Impfstoffs angetreten, scheiterte jedoch an der Marktzulassung und blieb damit hinter den Erwartungen zurück. BioNTech erzielte dagegen mit Comirnaty Milliardenumsätze und wurde zu einem der bekanntesten Biotech-Unternehmen weltweit.
Die geplante Übernahme soll nach Unternehmensangaben bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. BioNTech will CureVac durch einen Aktientausch erwerben. Das Bundeskartellamt betonte, dass die Entscheidung auch vor dem Hintergrund getroffen wurde, dass die mRNA-Forschung international von einer Vielzahl weiterer Unternehmen vorangetrieben werde. Daher sei auch nach dem Zusammenschluss kein Mangel an Wettbewerb auf diesem Gebiet zu erwarten.
BioNTech konzentriert sich mittlerweile stärker auf die Onkologie. Mit Hilfe der mRNA-Technologie entwickelt das Mainzer Unternehmen neue Therapieansätze gegen verschiedene Krebsarten. Im Mittelpunkt steht derzeit der Antikörper BNT327, für den mehr als 20 Studien bei über zehn Tumorarten geplant oder bereits angelaufen sind. Um die klinische Entwicklung und Markteinführung zu beschleunigen, hat BioNTech im Juni eine weitreichende Kooperation mit dem US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb geschlossen.
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Zur AktienanalyseIm Rahmen dieser Partnerschaft erhielt BioNTech eine Vorauszahlung von 1,5 Milliarden Dollar. Sollte das gemeinsame Projekt erfolgreich verlaufen, könnte der Gesamtwert der Vereinbarung für das Mainzer Unternehmen auf mehr als elf Milliarden Dollar steigen. Mit der Übernahme von CureVac und der Ausweitung seiner onkologischen Pipeline will BioNTech seine Position in der internationalen Biotechnologiebranche weiter festigen und langfristig über den Covid-19-Erfolg hinaus wachsen.


