Biontechs Fokus auf neue Krebstherapien
Innovative Ansätze mit mRNA und bispezifischen Antikörpern gegen solide Tumore

Das Mainzer Unternehmen Biontech konzentriert sich im Jahr 2025 auf zwei zentrale Technologien zur Krebstherapie: die mRNA-Technologie und eine spezielle Art der Immuntherapie mit bispezifischen Antikörpern. Die mRNA-Technologie wurde bereits erfolgreich beim Corona-Impfstoff Comirnaty eingesetzt. Diese Technologie soll dem Körper helfen, Antikörper herzustellen, während die bispezifischen Antikörper Tumorzellen und Immunzellen miteinander in Kontakt bringen, um eine gezielte Bekämpfung von Krebszellen zu ermöglichen. Biontech verfolgt das Ziel, mit diesen Ansätzen ein breites Spektrum an soliden Tumoren zu adressieren, darunter Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsen-, Darm- und Hautkrebs.
Aktuell hängt der Umsatz von Biontech stark vom Coronaimpfstoff Comirnaty ab, dessen Einnahmen jedoch seit 2021 rückläufig sind. Um langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben, strebt das Unternehmen an, neue Umsatzquellen zu erschließen. Für das Jahr 2024 erwartet Biontech einen Umsatz zwischen 2,5 und 3,1 Milliarden Euro. Prognosen für das Jahr 2025 wurden bislang nicht veröffentlicht. Parallel dazu plant Biontech weitere klinische Studien, um die Wirksamkeit und Kombinierbarkeit der neuen Medikamente zu testen. Erste Ergebnisse aus der klinischen Phase-2-Studie zur Behandlung von adjuvantem Darmkrebs sollen Ende 2025 oder 2026 vorliegen.
Ein vielversprechender mRNA-basierter Kandidat ist „Autogene Cevumeran“ (BNT122), ein individualisierter Impfstoff, der gemeinsam mit der Roche-Tochter Genentech entwickelt wurde. Dieser wird speziell auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten zugeschnitten und soll das Rückfallrisiko nach operativen Tumorentfernungen senken. Beobachter bewerten die Erfolgsaussichten dieses Mittels positiv, insbesondere in der Behandlung von aggressiven Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Die zweite technologische Säule von Biontech, die bispezifischen Antikörper, umfasst unter anderem das Medikament BNT327. Dieses wurde im Rahmen der Übernahme des chinesischen Unternehmens Biotheus erworben. Der Kauf im November 2024 für bis zu 950 Millionen Dollar war der größte Deal in der Geschichte von Biontech. Die Antikörper sollen in späteren Krankheitsstadien, etwa bei Metastasenbildung, eingesetzt werden. Analysten sehen großes Marktpotenzial, insbesondere in Kombinationstherapien mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten, die Biontech ebenfalls entwickelt.
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Zur AktienanalyseMit diesen beiden Technologien verfolgt das Unternehmen das Ziel, neue Behandlungsstandards zu etablieren und ein breites Spektrum an Krebsindikationen abzudecken. Beobachter schätzen, dass allein in den USA und der EU jährlich 2,9 Millionen neue Krebsfälle auftreten, die potenziell durch Biontechs Ansätze behandelt werden könnten.


