Biotech-Aktien unter Druck nach FDA-Rücktritt
Sinkende Impfzahlen und hohe Verluste belasten Biontech und Moderna zusätzlich

Der Rücktritt von Peter Marks, dem Chef der US-Arzneimittelbehörde FDA, hat in der Biotech-Branche erhebliche Turbulenzen ausgelöst. Der Abgang steht im Zusammenhang mit der Ernennung von Robert Kennedy zum US-Gesundheitsminister, der für seine impfkritischen Positionen bekannt ist. Marks begründete seinen Schritt damit, dass der neue Minister nicht an Wahrheit und Transparenz interessiert sei, sondern an der Bestätigung von Fehlinformationen. Die Reaktion des US-Biotech-Verbands BIO unterstreicht die Tragweite dieses Wechsels. Die Organisation äußerte sich besorgt darüber, dass der Verlust einer erfahrenen Führungspersönlichkeit bei der FDA die wissenschaftlichen Standards schwächen und die Entwicklung neuer Therapien behindern könnte.
Die Auswirkungen auf den Aktienmarkt ließen nicht lange auf sich warten. Moderna verlor zum Wochenauftakt 13 Prozent an Wert. Auf das gesamte Jahr gerechnet steht ein Rückgang von über 36 Prozent. Auch Biontech musste deutliche Verluste hinnehmen, die Aktie ist seit Jahresbeginn um ein Viertel gefallen. Beide Unternehmen hatten während der Corona-Pandemie enorme Kursgewinne erzielt, als ihre Impfstoffe weltweit nachgefragt wurden. Seit Mitte 2021 jedoch befinden sich die Aktienkurse im Abwärtstrend. Biontechs Bewertung liegt aktuell auf dem Niveau vor dem Ausbruch der Pandemie. Hinzu kommt, dass das Unternehmen im Jahr 2024 einen Verlust von über 660 Millionen Euro verbuchen musste. Der Umsatz mit Corona-Impfstoffen sank um 30 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro, während das Forschungsbudget um 26 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro stieg.
Die sinkenden Impfquoten verstärken den Trend. In den USA ließen sich zuletzt nur etwas mehr als 23 Prozent der Erwachsenen gegen Corona impfen. In Deutschland fehlen vergleichbare aktuelle Zahlen, da das Corona-Dashboard des Robert-Koch-Instituts seit Ende 2023 nicht mehr aktualisiert wird. Biontech reagierte mit Stellenkürzungen und plant bis 2027 weltweit bis zu 1350 Arbeitsplätze abzubauen.
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Zur AktienanalyseTrotz dieser Entwicklungen bleiben Analysten optimistisch. Von 25 befragten Experten empfehlen 20 die Biontech-Aktie zum Kauf, fünf zum Halten. Als Grund gilt das langfristige Potenzial der mRNA-Technologie. Diese soll nicht nur bei Infektionskrankheiten, sondern auch in der Krebsforschung neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. Allein für Biontechs Ansatz wird ein Marktpotenzial von 50 Milliarden Dollar geschätzt. Das durchschnittliche Kursziel der Aktie liegt laut Analysten deutlich über dem aktuellen Wert.


