Biotronik plant Milliardenverkauf
Stent-Sparte steht zum Verkauf, um Schuldenlast zu reduzieren

Der Berliner Medizintechnikhersteller Biotronik steht offenbar kurz vor einem bedeutenden Geschäftsabschluss. Das Unternehmen, bekannt für seine Pionierarbeit im Bereich der Herzschrittmacher, plant den Verkauf seiner Sparte für Stents und Ballonkatheter. Dieser Schritt könnte in der Branche als ein Zeichen der Belebung im Markt für Fusionen und Übernahmen im Gesundheitssektor gewertet werden, der in letzter Zeit eine Flaute erlebt hatte.
Finanzkreisen zufolge hat Biotronik die renommierte Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, potenzielle Käufer für die Einheit Vaskuläre Intervention zu finden. Es wird erwartet, dass Gebote auf der Grundlage der bald verfügbaren Finanzzahlen für das Jahr 2023 abgegeben werden. Als mögliche Interessenten gelten hauptsächlich Finanzinvestoren, aber es bleibt abzuwarten, ob auch direkte Wettbewerber wie Abbott, Boston Scientific, Medtronic oder Becton Dickinson ihr Interesse bekunden werden.
Der Verkauf ist Teil einer Strategie von Biotronik, um seine Schuldenlast zu verringern, die im Zuge der Expansion in den letzten Jahren angestiegen ist. Die Sparte für Stents und Ballonkatheter, die in der Behandlung von Gefäßkrankheiten zum Einsatz kommen, generiert jährlich einen Umsatz von etwa 400 Millionen Euro und ein Betriebsergebnis von 70 bis 80 Millionen Euro. Experten schätzen, dass der Verkaufserlös das 14- bis 15-Fache des jährlichen Betriebsergebnisses erreichen könnte, was einer Summe von rund einer Milliarde Euro entsprechen würde.
Biotronik, 1963 von dem Physiker Max Schaldach gegründet, hat sich seitdem zu einem global agierenden Unternehmen entwickelt, das in über 100 Ländern präsent ist. Neben Herzschrittmachern umfasst das Produktportfolio des Unternehmens implantierbare Defibrillatoren, externe Monitoringsysteme für die telemedizinische Betreuung von Patienten mit Herzrhythmuserkrankungen sowie Geräte für die Diagnose und Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Außerdem hat Biotronik eine innovative Technologie zur Behandlung chronischer Schmerzen mittels Neuromodulation entwickelt.
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Zur AktienanalyseDer Gesamtumsatz von Biotronik lag zuletzt bei etwa 1,5 Milliarden Euro, wobei das Jahr 2023 ein signifikantes Wachstum verzeichnete. Trotz dieses Erfolgs sah sich das Unternehmen aufgrund gestiegener Kosten gezwungen, seine Finanzen neu zu ordnen. Hierfür holte Biotronik die Beratungsfirmen Rothschild und Freshfields an Bord. Im vergangenen Frühjahr gewährten die Banken dem Unternehmen erweiterte Kredite und stellten zusätzliche Liquidität zur Verfügung, forderten jedoch im Gegenzug den Verkauf des Stent-Geschäfts, um die Schulden, die derzeit bei rund 600 Millionen Euro liegen, zu reduzieren.


