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Birkenstock hält an Wachstumsprognose fest trotz Zolldruck

Deutscher Sandalenhersteller bestätigt Jahresumsatzziel von 13-15% trotz sinkender Margen.

Birkenstock hält an Wachstumsprognose fest trotz Zolldruck

Birkenstock bekräftigt seine ambitionierte Wachstumsprognose für das laufende Geschäftsjahr. Der deutsche Sandalenhersteller erwartet weiterhin ein Umsatzplus von 13 bis 15 Prozent, wie CEO Oliver Reichert am Donnerstag mitteilte. Damit übertrifft das Unternehmen die Analystenschätzungen, die lediglich mit einem Wachstum von 11,6 Prozent gerechnet hatten.

Die Strategie des Premiumherstellers zahlt sich aus: Birkenstock setzt konsequent auf Vollpreisverkäufe und verzichtet weitgehend auf Rabattaktionen. Die beliebten "Boston Rivets"-Clogs kosten mittlerweile bis zu 220 Euro. "Unser einzigartiges Geschäftsmodell ist auf Resilienz ausgelegt", betonte Reichert. Das robuste Weihnachtsgeschäft bestätigte diese Strategie eindrucksvoll.

Besonders die internationalen Märkte treiben das Wachstum voran. In Amerika legte der Quartalsumsatz um 5 Prozent zu, im asiatisch-pazifischen Raum sogar um beeindruckende 28 Prozent. Diese Regionen bleiben zentrale Wachstumsmotoren für den deutschen Traditionshersteller.

Expansion trotz Margendruck

Das Unternehmen verfolgt eine aggressive Expansionsstrategie: 2025 wurden bereits 30 neue Filialen eröffnet, für 2026 sind weitere 40 Standorte weltweit geplant. Damit stärkt Birkenstock sein Direktvertriebsgeschäft über eigene Läden und die Website.

Allerdings zeigen sich auch Herausforderungen. Die bereinigte Bruttomarge sank im ersten Quartal auf 57,4 Prozent, nach 60,3 Prozent im Vorjahr. Belastend wirkten ein schwächerer US-Dollar sowie US-Zölle, die 130 Basispunkte kosteten. "Zölle bleiben für die meisten ein Belastungsfaktor, und Birkenstock bildet da keine Ausnahme", kommentierte Simeon Siegel von Guggenheim Securities.

Solide Quartalszahlen trotz Gegenwind

Der Umsatz im ersten Quartal belief sich auf 401,9 Millionen Euro und entsprach damit den vorläufigen Zahlen sowie den Analystenschätzungen von 402,1 Millionen Euro. Beim Gewinn übertraf Birkenstock mit 0,27 Euro je Aktie die Erwartungen von 0,26 Euro.

Die Jahresgewinnprognose wurde bei 1,90 bis 2,05 Euro je Aktie bestätigt, wobei der Mittelwert leicht unter der Analystenschätzung von 2,02 Euro liegt. Als Puffer gegen Zollbelastungen setzt das Unternehmen auf taktische Preiserhöhungen und den Ausbau neuer Produktionsstätten.

Trotz der soliden Zahlen reagierte die Börse verhalten: Die Aktie fiel im vorbörslichen Handel um 0,8 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 hatte das Papier bereits rund 28 Prozent an Wert verloren. Birkenstock profitiert von der zweigeteilten US-Konsumwirtschaft, in der kaufkräftige Kunden weiterhin Premiummarken bevorzugen, während preissensible Verbraucher ihre Ausgaben zurückfahren.

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