Bitcoin erreicht Rekordhoch nach Trump-Wahlsieg
Erwartungen an kryptofreundliche Politik und steigende Anleiherenditen beeinflussen Kursentwicklung

Bitcoin verzeichnet nach der US-Wahl erhebliche Kursgewinne. Die Kryptowährung erreichte am Mittwoch einen neuen Höchststand von 75.361 Dollar und übertraf damit die bisherige Bestmarke von 73.750 Dollar, die im März 2024 aufgestellt worden war. Der US-Fernsehsender CNN erklärte Donald Trump nach einem Sieg in Wisconsin offiziell zum Sieger der Präsidentschaftswahl, was Bitcoin begünstigte. Trumps selbsternannter Titel als „Krypto-Präsident“ und sein Engagement für weniger Regulierung der Branche haben der digitalen Währung einen Aufschwung verschafft. Während seiner ersten Amtszeit bewertete der Republikaner Bitcoin noch skeptisch als „Betrug“, nun jedoch stellt er Kryptowährungen in einem neuen Licht dar.
Obwohl Themen wie Immigration, Inflation, Frauenrechte und geopolitische Fragen den Wahlkampf prägten, spielte auch die Kryptoindustrie eine bedeutende Rolle. Laut der Organisation Public Citizen gehörte die Branche zu den größten Geldgebern im Wahlkampf. Zu den prominentesten Unterstützern zählen Unternehmen wie Ripple, die Kryptobörse Coinbase sowie der Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz, die jeweils etwa 45 Millionen Dollar beisteuerten. Brian Armstrong, CEO von Coinbase, zeigt sich optimistisch und prognostiziert den „kryptofreundlichsten Kongress, den die USA je hatten“.
Trump hat während des Wahlkampfs angekündigt, Regulierungen für Kryptowährungen zu lockern und eine nationale Bitcoin-Reserve zu schaffen. Die Preisentwicklung des Bitcoin war eng mit den Wettquoten auf Trumps Wahlsieg verknüpft. Als Trumps Chancen bei Polymarket, einem großen Wettanbieter, ab Oktober stark anstiegen, zeigte sich dies auch im Bitcoin-Kurs. Experten wie Rania Gule von der Handelsplattform XS.com sehen in einer möglichen zweiten Amtszeit Trumps die Chance auf ein langfristig stabileres, kryptofreundliches Umfeld.
Dennoch mahnen Analysten zur Vorsicht. Timo Emden vom Analysehaus Emden Research betont, dass hohe Erwartungen an Trump auch enttäuscht werden könnten, da noch viele seiner Versprechen überprüft werden müssen. Bruno Sousa von Hashdex empfiehlt Anlegern, die Marke von 77.000 Dollar im Blick zu behalten, da ein Durchbrechen dieses Widerstands weitere Kursgewinne bedeuten könnte. Marcel Heinrichsmeier von der DZ Bank weist jedoch auf die Risiken der steigenden Anleiherenditen hin, die aufgrund der erwarteten Steuerpolitik und erhöhter Staatsverschuldung unter Trump möglicherweise steigen könnten. Diese Alternativrenditen könnten den Aufwärtstrend des Bitcoin einschränken.
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Zur AktienanalyseZum Handelsschluss am Mittwoch gab Bitcoin leicht nach und fiel auf unter 74.000 Dollar.


