Bitcoin fällt unter 60.000 Dollar nach heißen PCE-Inflationsdaten
Der bevorzugte Inflationsindikator der Fed erreicht den höchsten Stand seit 2023 und belastet die gesamten Kryptomärkte schwer.

Bitcoin ist am Donnerstag unter die psychologisch wichtige Marke von 60.000 US-Dollar gefallen. Die weltweit größte Kryptowährung verlor rund 3 % und notierte um 10:09 Uhr ET (14:09 GMT) bei einem Tagestief von 59.297 US-Dollar. Damit bewegt sich Bitcoin weiterhin in der Nähe seines im Juni erreichten 1,5-Jahres-Tiefs.
Auslöser des Kursrückgangs waren neue US-Inflationsdaten, die stärker als erwartet ausfielen. Der Kernindex der persönlichen Konsumausgaben (Core PCE) – der bevorzugte Inflationsindikator der US-Notenbank Federal Reserve – stieg im Monatsvergleich um 0,3 % und auf Jahresbasis um 3,4 %. Das ist der höchste Kernwert seit Oktober 2023. Der PCE-Gesamtindex verzeichnete sogar eine Jahresrate von 4,1 % – der höchste Stand seit April 2023. Als wesentlicher Treiber gilt ein Anstieg der Energiepreise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, der auf die allgemeinen Preise durchschlägt.
Fed signalisiert härtere Gangart bei Zinsen
Die Daten wurden etwas mehr als eine Woche nach der jüngsten Fed-Sitzung veröffentlicht, bei der Notenbankchef Warsh und der Offenmarktausschuss (FOMC) einen deutlich restriktiveren Ton angeschlagen hatten. Der FOMC strich Formulierungen aus seiner Erklärung, die auf künftige Zinssenkungen hindeuteten, und ersetzte sie durch eine klare Verpflichtung zur „Gewährleistung von Preisstabilität". Eine zuvor signalisierte Zinssenkung für dieses Jahr wurde gestrichen, während gleichzeitig die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung angedeutet wurde.
Mehrere Fed-Vertreter hatten bereits bei der April-Sitzung abweichende Meinungen geäußert und die bisherige Forward Guidance als zu taubenhaft kritisiert. Zwar sehen Fed-Vertreter angebotsbedingte Preisspitzen normalerweise als vorübergehend an – doch die Besorgnis wächst, dass sich die Inflation über den Energiesektor hinaus ausweitet. Zusätzlich üben Zölle weiteren Aufwärtsdruck auf die Preise aus, der schwerer zu ignorieren ist.
Für Kryptowährungen sind höhere Zinssätze grundsätzlich ungünstig, da sie als nicht verzinsliche Vermögenswerte im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen an Attraktivität verlieren. Die restriktiven Signale der Fed hatten die Kryptomärkte bereits während der Juni-Sitzung verunsichert.
Bitcoin-ETFs verzeichnen massive Abflüsse
Auch die Spot-Bitcoin-ETFs stehen unter erheblichem Druck. Am Mittwoch verzeichneten sie Abflüsse von 469 Millionen US-Dollar – der größte Tagesabfluss seit dem 2. Juni. Damit steuern die ETFs auf die siebte Woche in Folge mit Nettoabflüssen zu. Sowohl institutionelle als auch private Anleger wenden sich zunehmend von Krypto ab.
Daten des Blockchain-Analyseunternehmens Glassnode zeigen zudem, dass Bitcoin auf der US-Handelsplattform Coinbase weiterhin mit einem deutlichen Abschlag gegenüber dem weltweiten Durchschnitt gehandelt wird. Dies deutet auf eine begrenzte Nachfrage von Privatanlegern in den Vereinigten Staaten hin.
Als klares Ziel der Umschichtung gelten KI-Aktien. Globale Chiphersteller legten am Donnerstag nach starken Ergebnissen des Speicherchipherstellers Micron kräftig zu – ein Kontrast, der die Schwäche im Kryptosegment noch deutlicher unterstreicht.
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Zur AktienanalyseGesamter Kryptomarkt unter Druck
Der Kursrückgang beschränkte sich nicht auf Bitcoin. Auch die übrigen großen Kryptowährungen gaben deutlich nach:
- Ether (ETH) brach um 5 % auf 1.566,47 US-Dollar ein
- XRP und Solana verloren jeweils rund 3 %
- BNB gab um 3,1 % nach
- Cardano fiel um 1,4 %
- Dogecoin verlor 3,9 %
- $TRUMP büßte rund 5 % ein
Krypto hat in diesem Jahr stetig an Schwung verloren, da Anleger zunehmend in Vermögenswerte mit klareren Fundamentaldaten umschichten. Solange die Fed an ihrer restriktiven Haltung festhält und die Inflationsdaten keine Entspannung zeigen, dürfte der Gegenwind für den gesamten Kryptomarkt anhalten.


