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Bitcoin: Langfristige Rendite könnte nahe Null liegen

Ein Fair-Value-Modell auf Basis des Metcalfe'schen Gesetzes zeigt: Bitcoins annualisierte Rendite über Jahrzehnte liegt unter einem Prozent.

Bitcoin: Langfristige Rendite könnte nahe Null liegen

Ein viel beachtetes Fair-Value-Modell für Bitcoin kommt zu einer überraschenden Schlussfolgerung: Die annualisierte Rendite der Kryptowährung über mehrere Jahrzehnte hinweg liegt bei weniger als 1 %. Für viele Anleger, die Bitcoin als hochrentables Investment betrachten, dürfte diese Einschätzung ernüchternd klingen – doch sie birgt eine interessante Perspektive für die Zukunft der digitalen Währung.

Das Modell basiert auf dem sogenannten Metcalfe'schen Gesetz, einem Konzept aus der Netzwerktheorie. Es besagt, dass der Wert eines Netzwerks proportional zum Quadrat der Anzahl seiner Teilnehmer wächst. Je mehr Menschen Bitcoin nutzen, desto höher ist demnach sein innerer Wert – aber eben nicht unbegrenzt und nicht exponentiell für immer.

Was das Metcalfe'sche Gesetz mit Bitcoin zu tun hat

Das Metcalfe'sche Gesetz wurde ursprünglich zur Bewertung von Telekommunikationsnetzwerken entwickelt und findet heute breite Anwendung bei der Analyse digitaler Plattformen und Netzwerke. Auf Bitcoin angewendet bedeutet es: Der faire Wert der Kryptowährung hängt maßgeblich davon ab, wie viele Nutzer aktiv am Netzwerk teilnehmen. Wächst die Nutzerbasis, steigt auch der faire Wert – allerdings mit abnehmender Dynamik, je größer das Netzwerk bereits ist.

Das beschriebene Modell hat sich laut dem Bericht über die Jahre, in denen darüber berichtet wurde, als zuverlässig erwiesen. Es liefert damit eine langfristige Perspektive, die sich deutlich von den kurzfristigen Kursexplosionen und -einbrüchen unterscheidet, die Bitcoin-Anleger gewohnt sind.

Eine Rendite nahe Null als Chance für Bitcoin als Währung

Auf den ersten Blick klingt eine annualisierte Rendite von unter 1 % für eine Anlage wie Bitcoin wenig attraktiv. Doch der Artikel von MarketWatch dreht diese Perspektive um: Ein vorhersehbarer, stabiler Preis könnte genau das sein, was Bitcoin braucht, um sich als praktikable Währung zu etablieren.

Tatsächlich ist Preisstabilität eine der Grundvoraussetzungen für eine funktionierende Währung. Wer mit Bitcoin täglich bezahlen oder Verträge abschließen möchte, braucht Planungssicherheit. Die extremen Kursschwankungen der Vergangenheit haben Bitcoin bislang eher als Spekulationsobjekt denn als echtes Zahlungsmittel positioniert. Eine langfristige Konvergenz des Preises hin zu einem fairen Wert könnte dieses Bild grundlegend verändern.

Für deutsche Privatanleger, die Bitcoin als Teil ihres Portfolios halten oder erwägen, liefert das Modell eine wichtige Denkperspektive: Wer auf kurzfristige Kursgewinne spekuliert, bewegt sich weiterhin in einem hochvolatilen Umfeld. Wer Bitcoin hingegen als langfristiges Wertspeicher- oder Währungsinstrument betrachtet, könnte von einer zunehmenden Preisstabilisierung profitieren – auch wenn die klassische Renditeerwartung dabei deutlich sinkt.

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