Bitcoin trotzt KI-Schwäche und steigt auf 64.000 Dollar
Trotz erneuter Verluste bei KI-Aktien zeigt sich Bitcoin widerstandsfähig – Anleger warten gespannt auf die Fed-Zinsentscheidung.

Bitcoin hat am Mittwoch leicht zugelegt und sich nahe der Marke von 64.000 US-Dollar stabilisiert. Die weltweit größte Kryptowährung notierte gegen 01:56 Uhr ET (05:56 Uhr GMT) rund 1% höher bei 64.075,50 US-Dollar. Damit zeigte sich Bitcoin bemerkenswert widerstandsfähig, nachdem die Kryptowährung in der vorangegangenen Sitzung im Zuge eines KI-getriebenen weltweiten Kursrutsches an den Aktienmärkten noch unter die Marke von 63.000 US-Dollar gefallen war.
Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, die noch am selben Mittwoch erwartet wird. Die Unsicherheit über den Ausgang hält den Handel verhalten. Laut Daten des CME FedWatch Tools preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von rund 68% ein, dass die Fed die Zinssätze unverändert lässt. Die Chance auf eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte liegt demnach bei etwa 32%.
Für den Kryptomarkt ist das Ergebnis der Fed-Sitzung von erheblicher Bedeutung: Ein restriktiverer („hawkish") Ausfall könnte Kryptowährungen und andere risikosensitive Anlagen belasten. Ein taubenhaftes („dovish") Signal hingegen könnte die Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten stärken.
Bitcoin entkoppelt sich teilweise von KI-Aktien
Besonders auffällig ist die relative Stärke von Bitcoin gegenüber dem Technologiesektor. Während Halbleiter- und KI-Aktien in dieser Woche deutliche Verluste verzeichneten, fielen die Rückgänge bei Bitcoin geringer aus. Anleger bewerteten die hohen Bewertungen im gesamten Sektor neu – Bitcoin hielt sich dabei vergleichsweise stabil.
Besonders deutlich wurde der Druck auf KI-Werte in Asien: Der südkoreanische Leitindex KOSPI sank um mehr als 12%. Die Aktien des Speicherchipherstellers SK Hynix brachen um bis zu 20% ein, obwohl das Unternehmen Rekordquartalsgewinne gemeldet hatte – die hohen Erwartungen der Anleger wurden damit jedoch nicht erfüllt.
Bitcoin wurde im vergangenen Jahr zunehmend im Einklang mit breiteren Risikoanlagen gehandelt. Die jüngste Entwicklung deutet jedoch darauf hin, dass die Kryptowährung in bestimmten Marktphasen eine gewisse Eigenständigkeit bewahren kann.
Institutionelle Nachfrage und Altcoin-Entwicklung
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie institutionelle Nachfrage nach Bitcoin bleibt gemischt. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im Juli insgesamt moderate Nettozuflüsse, trotz einiger Sitzungen mit Abflüssen in den vergangenen Tagen. Diese Produkte gelten als wichtiger Indikator für das Interesse institutioneller Investoren am Kryptomarkt.
Neben der Fed-Entscheidung beobachten Anleger auch die laufende Berichtssaison großer US-Technologieunternehmen. Ergebnisse von Microsoft und Meta Platforms stehen auf dem Programm – sie sollen weitere Einblicke in die Ausgabentrends für künstliche Intelligenz und die allgemeine Marktstimmung liefern.
Die meisten Altcoins legten am Mittwoch in einem Seitwärtshandel zu. Ethereum, die Nummer zwei der Kryptowährungen, stieg um 1,5% auf 1.912,92 US-Dollar. XRP kletterte um 2,6% auf 1,0858 US-Dollar. Solana legte um 0,6% zu, während Cardano um 4,5% nach oben sprang. Unter den Meme-Tokens verzeichnete Dogecoin ein Plus von 0,3%.


