Bitcoin unter Druck: Kurs fällt deutlich
US-Verkaufspläne und Inflationssorgen belasten Kryptomarkt nachhaltig

Eine Phase der Unsicherheit hat den Kryptomarkt erfasst und den Bitcoin-Kurs deutlich unter Druck gesetzt. Die größte Kryptowährung fiel am Donnerstag unter die Marke von 92.000 Dollar, nachdem sie noch am Dienstag bei über 100.000 Dollar notiert hatte. Am frühen Freitagmorgen zeigte sich eine leichte Stabilisierung, und der Bitcoin wurde bei 93.516 Dollar gehandelt. Analysten führen den Kursrückgang auf verschiedene Faktoren zurück, darunter die Sorge vor einem möglichen Überangebot durch Verkäufe von Bitcoin-Beständen der US-Regierung.
Das US-Justizministerium verfügt über 69.370 Bitcoin, die im Rahmen eines Rechtstreits um die illegale Online-Drogenbörse Silk Road beschlagnahmt wurden. Medienberichten zufolge könnte das Ministerium grünes Licht erhalten haben, diese Bestände zu verkaufen. Die Unsicherheit darüber, ob diese Verkäufe noch vor dem Ende der Präsidentschaft von Joe Biden stattfinden könnten, führte zu Unruhe auf den Märkten. Markus van de Weyer von Alpha Beta Asset Management schätzt, dass der Bitcoin-Kurs im Falle eines umfangreichen Verkaufs auf 80.000 bis 83.000 Dollar fallen könnte, hält ein solches Szenario jedoch für unwahrscheinlich.
Auch andere Kryptowährungen blieben von der allgemeinen Schwächephase nicht verschont. Ether, die zweitgrößte Kryptowährung, fiel zeitweise auf 3165 Dollar, konnte sich jedoch am Freitagmorgen auf 3265 Dollar stabilisieren. Noch zu Beginn der Woche hatte Ether über 3600 Dollar notiert.
Neben den spezifischen Sorgen rund um die Bitcoin-Bestände der US-Regierung belasten auch makroökonomische Faktoren den Kryptomarkt. Die anhaltende Sorge vor einer hartnäckigen Inflation und ein strafferer geldpolitischer Kurs der US-Notenbank Fed drücken auf die Stimmung. Risiko-Assets wie Aktien und Kryptowährungen reagieren empfindlich auf steigende Zinsen, was zu einem deutlichen Kapitalabfluss führte. Am Mittwoch wurden 583 Millionen Dollar aus US-Bitcoin-ETFs abgezogen, der zweithöchste Abfluss seit deren Einführung.
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Zur AktienanalyseAm Freitag werden neue Arbeitsmarktdaten aus den USA erwartet, die weitere Hinweise auf die wirtschaftliche Lage und die Strategie der Fed liefern könnten. Die Notenbank hatte im Dezember signalisiert, den Leitzins in diesem Jahr nur noch zweimal zu senken, was auf eine weiterhin restriktive Geldpolitik hinweist. Gleichzeitig hoffen viele Investoren auf positive Impulse durch den ehemaligen Präsidenten Donald Trump, der sich im Wahlkampf als Unterstützer der Kryptobranche positioniert hat. Seine Versprechen hatten im Dezember zu einem Anstieg der Kryptopreise beigetragen.


