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BIZ warnt: Staatsverschuldung und KI-Boom erhöhen globale Finanzrisiken

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht wachsende Risiken durch Schulden, Inflation und den KI-Investitionsboom.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) schlägt Alarm: Steigende Staatsverschuldung, finanzielle Fragilität und Unsicherheiten rund um den KI-Boom erhöhen die globalen Risiken erheblich. Das geht aus dem am Sonntag veröffentlichten Jahreswirtschaftsbericht der Dachorganisation der Zentralbanken hervor. Die BIZ fordert politische Entscheidungsträger weltweit zu entschlossenem Handeln auf.

„Die politischen Maßnahmen müssen einander verstärken, um ein Tauziehen in der Weltwirtschaft zu vermeiden. Letztlich hängt der Erfolg von soliden fiskalischen und finanziellen Grundlagen ab", sagte BIZ-Generaldirektor Pablo Hernandez de Cos. Trotz einer zuletzt widerstandsfähigen Wirtschaftstätigkeit sieht die BIZ eine komplexe Mischung aus Schwachstellen, die dringendes Handeln erfordern.

Vier zentrale Belastungspunkte

Der Bericht identifiziert vier wesentliche Risikobereiche. Erstens hat die Inflation wieder angezogen. Die BIZ warnt, dass häufigere Versorgungsunterbrechungen dazu führen könnten, dass sich höhere Inflationserwartungen bei Haushalten und Unternehmen dauerhaft verfestigen. „Die Bereitschaft zum Handeln, falls die Zentralbanken eine Verankerung der Inflationserwartungen beobachten, ist die wichtigste Botschaft, die wir vermitteln wollen", betonte de Cos.

Mit Blick auf die geopolitische Lage im Nahen Osten bezeichnete de Cos den jüngsten Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran sowie die Wiedereröffnung der Straße von Hormus als „gute Nachrichten". Extremszenarien am Ölmarkt könnten damit vermieden werden, auch wenn eine vollständige Normalisierung noch Zeit brauche.

KI-Boom birgt Risiko von Überinvestitionen

Ein zweiter Belastungspunkt ist die Nachhaltigkeit des aktuellen KI-Investitionsschubs. Zwar hat künstliche Intelligenz das Vertrauen gestärkt und das Wachstum durch Erwartungen von Produktivitätsgewinnen gestützt. Doch die BIZ warnt, dass Lieferengpässe und intensiver Wettbewerb zu jener Art von Überinvestitionen führen könnten, wie sie in früheren Boom-and-Bust-Zyklen zu beobachten waren. Zudem schüre KI Ängste um Arbeitsplätze.

Für Zentralbanken stelle dies grundlegende Fragen zur künftigen Funktionsweise der Wirtschaft. De Cos erklärte jedoch, es wäre zum jetzigen Zeitpunkt „unklug", konkrete Vorschriften für deren geldpolitische Reaktion zu machen.

Staatsanleihen und Hedgefonds als neue Risikoquelle

Finanzielle Schwachstellen bilden den dritten Belastungspunkt. Erhöhte Vermögensbewertungen und Anzeichen von Selbstgefälligkeit unter Anlegern haben die Kernanleihemärkte fragiler gemacht. Die Finanzierung des KI-Booms hänge zunehmend von Schulden und komplexen Finanzierungsstrukturen ab.

Besonders besorgniserregend ist laut BIZ ein neues Risikogefüge: Rekordverschuldung der öffentlichen Hand kombiniert mit Staatsanleihemärkten, die zunehmend von großen, hoch verschuldeten Hedgefonds dominiert werden, habe einen „neuen Nexus zwischen Staat und Finanzstabilität" geschaffen. „Der neue fiskalisch-finanzielle Stabilitätsnexus könnte häufigere und stärkere Einbrüche bei den Werten von Staatsanleihen bedeuten", sagte Frank Smets, amtierender Leiter der Währungs- und Wirtschaftsabteilung der BIZ. Solche Schwankungen könnten die Finanzierungsbedingungen rasch verschärfen.

De Cos unterstrich die „Dringlichkeit" beim Schuldenabbau in den wichtigsten Volkswirtschaften. Die hohe Verschuldung werde heute zunehmend über Nichtbank-Finanzintermediäre finanziert, was zusätzliche Risiken schaffe.

BIZ fordert sofortiges Handeln

Die BIZ richtet klare Forderungen an die Politik: Preisstabilität muss Priorität haben, die fiskalische Tragfähigkeit muss gesichert werden, und die Finanzaufsicht muss über den Bankensektor hinaus koordiniert und gestärkt werden. Strukturreformen seien ebenfalls unerlässlich.

„Die politischen Entscheidungsträger müssen jetzt handeln. Verzögerungen werden die notwendigen Anpassungen nur kostspieliger machen", mahnte de Cos abschließend. Für deutsche Anleger und Sparer sind diese Warnungen besonders relevant, da Deutschland als exportorientierte Volkswirtschaft besonders sensibel auf globale Finanzmarktturbulenzen und Inflationsschübe reagiert.

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