BlackRock begrenzt Rücknahmen bei Kreditfonds – Aktie bricht ein
Der weltgrößte Vermögensverwalter schränkt Anleger-Rücknahmen beim HPS Corporate Lending Fund erstmals auf das vereinbarte Minimum ein.

BlackRock hat erstmals Rücknahmen bei einem seiner Flaggschiff-Fonds für Privatkredite begrenzt. Der HPS Corporate Lending Fund (Ticker: Hlend) bedient in diesem Quartal lediglich 5% der Rücknahmeanträge – das vertraglich vereinbarte Minimum. Anleger hatten jedoch Rücknahmen für insgesamt 9,3% der Fondsanteile beantragt.
Die Entscheidung trifft den Markt für alternative Kreditprodukte zu einem heiklen Zeitpunkt. In der vierjährigen Geschichte des Fonds war es das erste Quartal, in dem die Rücknahmeanträge die 5%-Marke überschritten. BlackRock-CEO Larry Fink informierte die Anleger am Freitag in einem Brief über die Entscheidung.
Die BlackRock-Aktie reagierte mit einem Kursrückgang von 7,2% und fiel auf den niedrigsten Stand seit Mai. Investoren werten die Maßnahme als Signal für wachsende Verunsicherung an den Kreditmärkten.
Blackstone geht anderen Weg
Der direkte Vergleich mit Konkurrent Blackstone fällt dabei deutlich aus. Blackstone hatte am Montag bekanntgegeben, Rekord-Rücknahmeanträge für seinen 82 Milliarden Dollar schweren Fonds Bcred vollständig zu bedienen – das entspricht 7,9% der Anteile. Um die Auszahlungen zu stemmen, investierten mehrere leitende Blackstone-Mitarbeiter mehr als 150 Millionen Dollar in den Fonds. Auch Blackstone-Aktien verloren nach dieser Nachricht an Wert.
Hlend richtet sich wie Bcred an wohlhabende Privatanleger und hält ein Portfolio aus Krediten an mittelständische Unternehmen. Seit seiner Auflegung erzielte der Fonds eine annualisierte Rendite von 10,7% nach Gebühren. Die Fondsmanager betonten in ihrem Anlegerbrief, dass die Begrenzung der Liquidität ein wesentlicher Bestandteil der Fondsstrategie sei.
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Zur AktienanalyseWas das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger zeigt der Vorgang die strukturellen Risiken sogenannter Semi-Liquid-Fonds. Diese Vehikel versprechen regelmäßige Rücknahmemöglichkeiten, sind jedoch nicht börsennotiert und können Auszahlungen in Stressphasen einschränken. BlackRock und Blackstone haben in den vergangenen Jahren intensiv für solche Produkte bei Privatanlegern geworben. Die aktuellen Entwicklungen dürften die Diskussion über die Liquiditätsversprechen dieser Fonds neu entfachen.


