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BlackRock-Tochter HPS fällt auf 400-Millionen-Dollar-Betrug mit gefälschten Rechnungen herein

Kurz nach der Übernahme durch BlackRock entdeckt HPS Investment Partners massiven Kreditbetrug im Telekommunikationssektor.

BlackRock-Tochter HPS fällt auf 400-Millionen-Dollar-Betrug mit gefälschten Rechnungen herein

Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock steht vor einem peinlichen Debakel: Nur wenige Tage nach der Übernahme von HPS Investment Partners im Juli 2024 flog ein mutmaßlicher Betrug in Höhe von über 400 Millionen Dollar auf. Ein Analyst der HPS-Zentrale in Manhattan entdeckte gefälschte Rechnungen, die als Sicherheit für einen Großkredit dienten.

Der betroffene Kredit ging an den Telekommunikationsunternehmer Bankim Brahmbhatt, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als Sicherheiten hinterlegt hatte. Bei der routinemäßigen Prüfung stellte der HPS-Analyst fest, dass die E-Mail-Domain auf einer Rechnung nicht mit der Website des angeblichen Absenderunternehmens übereinstimmte. Weitere Untersuchungen offenbarten ein systematisches Muster gefälschter Dokumente.

Als HPS versuchte, Brahmbhatt zur Rede zu stellen, war dieser bereits nach Indien ausgereist und stellte den Kontakt ein. Zwei Wochen nach der Entdeckung reichte HPS Klage ein und warf dem Unternehmer einen "atemberaubenden" Betrug vor. Die Sicherheiten seien komplett wertlos, so der Vorwurf. Brahmbhatt weist die Anschuldigungen über seinen Anwalt zurück.

Peinliche Panne für Elite-Kreditgeber

Der Fall wirft unbequeme Fragen auf: Wie konnte eines der renommiertesten Private-Lending-Unternehmen der Welt, gegründet von ehemaligen Goldman-Sachs-Bankern, derart massiv getäuscht werden? Noch brisanter: Warum fiel das Problem erst nach Abschluss der BlackRock-Übernahme auf?

Die Private-Lending-Branche ist in den vergangenen Jahren explosionsartig gewachsen und verwaltet mittlerweile ein Volumen von rund 3 Billionen Dollar. Institutionelle Investoren schätzen die höheren Renditen gegenüber traditionellen Anleihen. Doch der HPS-Fall nährt Befürchtungen, dass die rasante Expansion zu Lasten der Sorgfaltspflicht gegangen sein könnte.

Systemische Risiken im Fokus

Branchenexperten warnen nun vor möglichen weiteren Betrugsfällen im undurchsichtigen Private-Credit-Markt. Anders als börsennotierte Anleihen unterliegen diese Kredite keiner strengen Offenlegungspflicht. Die Due-Diligence-Prozesse variieren stark zwischen den Anbietern.

Für BlackRock kommt der Skandal zur Unzeit. Der Vermögensverwalter hatte die HPS-Übernahme als strategischen Coup gefeiert, um im boomenden Geschäft mit Direktkrediten Fuß zu fassen. Nun droht ein Totalausfall in dreistelliger Millionenhöhe – und ein Imageschaden, der schwerer wiegen könnte als der finanzielle Verlust.

Die Aufsichtsbehörden dürften den Fall genau verfolgen. Er könnte zu verschärften Prüfungsstandards in der gesamten Private-Lending-Industrie führen.

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