Blackstone-Deal mit New World stockt wegen Kontrollfragen
Die Verhandlungen über eine milliardenschwere Beteiligung am Hongkonger Immobilienentwickler scheitern am Widerstand der Gründerfamilie.

Die Gespräche zwischen dem US-Private-Equity-Riesen Blackstone und dem Hongkonger Immobilienentwickler New World Development sind ins Stocken geraten. Laut einem Bloomberg-Bericht vom Mittwoch wehrt sich die Gründerfamilie Cheng dagegen, die Kontrolle über das Unternehmen abzugeben. Die Verhandlungen über ein potenzielles Investment von rund vier Milliarden US-Dollar haben sich damit deutlich verlangsamt.
Blackstone hatte vorgeschlagen, rund 2,5 Milliarden US-Dollar in eine Zweckgesellschaft zu investieren und damit zum größten Aktionär von New World zu werden. Die Familie Cheng sollte dazu 1 bis 1,5 Milliarden US-Dollar beisteuern. Dieses Konstrukt hätte jedoch einen faktischen Kontrollwechsel bedeutet – was die Familie offenbar ablehnt.
Gegenüber Reuters bestätigte eine mit der Angelegenheit vertraute Person, dass die Familie Cheng mit einer Handvoll Finanzinstituten über den Verkauf einer Beteiligung gesprochen habe. Blackstone sei dabei das am weitesten fortgeschrittene Unternehmen im Prozess gewesen. Ein Kontrollwechsel gelte jedoch als unwahrscheinlich, so zwei unabhängige Quellen übereinstimmend.
Hochverschuldeter Entwickler sucht Eigenkapital
New World Development gilt als das am stärksten verschuldete Unternehmen unter seinen Wettbewerbern im Hongkonger Immobiliensektor. Das Unternehmen kämpft mit den Folgen strengerer Kreditbedingungen und einem schwachen Büromarkt. Da keine unmittelbaren Schulden fällig werden, sucht die Familie nach einem Eigenkapitalinvestor, um den Schuldendruck langfristig zu mildern.
Die Familie Cheng gehört zu den wohlhabendsten Dynastien Hongkongs. Über ihr privates Konglomerat Chow Tai Fook Enterprises hält sie laut LSEG-Daten derzeit 45,24 Prozent an New World Development. Der Einfluss der Familie auf die Unternehmensstrategie ist seit Jahrzehnten prägend.
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Zur AktienanalyseNeben der Kapitalsuche verhandelt New World auch über den Verkauf einzelner Vermögenswerte, darunter die renommierte K11 Art Mall im Stadtbezirk Kowloon. Bislang wurde jedoch noch kein Käufer gefunden. Trotz der schwierigen Lage haben die Aktien des Unternehmens – mit einem aktuellen Börsenwert von rund drei Milliarden US-Dollar – im bisherigen Jahresverlauf rund 26 Prozent zugelegt.
Blackstone lehnte gegenüber Reuters eine Stellungnahme ab. New World Development reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Beide Seiten führen die Gespräche vertraulich.


