Blackstone und BlackRock: Warum sie dem Private-Credit-Sturm standhalten
Trotz steigender Rücknahmeanträge bei ihren Flaggschiff-Fonds bleiben beide Vermögensverwalter breiter aufgestellt als viele denken.

Blackstone und BlackRock sehen sich derzeit einem wachsenden Druck im Bereich Private Credit ausgesetzt. Im ersten Quartal verzeichneten beide Fondsriesen einen sprunghaften Anstieg der Rücknahmeanträge bei ihren nicht börsennotierten Private-Credit-Fonds, die sich speziell an wohlhabende Privatanleger richten. Die Entwicklung sorgte an den Märkten für Aufmerksamkeit – und bei manchen Anlegern für Besorgnis.
Dennoch greifen allzu pessimistische Schlussfolgerungen zu kurz. Private Credit ist für beide Häuser zwar ein wichtiges, aber keineswegs das einzige Geschäftsfeld. Sowohl Blackstone als auch BlackRock verwalten breit diversifizierte Portfolios, die weit über den Bereich privater Kreditvergabe hinausgehen – von Immobilien über Infrastruktur bis hin zu klassischen Aktien- und Anleihefonds.
Rücknahmewelle bei Privatanleger-Fonds
Bei den betroffenen Produkten handelt es sich um sogenannte nicht börsennotierte Business Development Companies (BDCs) und ähnliche Vehikel, die in den vergangenen Jahren besonders bei vermögenden Privatpersonen beliebt waren. Diese Fonds bieten höhere Renditen als klassische Anleihen, unterliegen jedoch eingeschränkten Liquiditätsbedingungen. Steigen die Rücknahmeanträge stark an, geraten Fondsmanager unter Druck, Vermögenswerte zu verkaufen oder Auszahlungen zu begrenzen.
Der Negativtrend im Private-Credit-Segment ist dabei kein isoliertes Phänomen. Steigende Zinsen, ein schwieriges Konjunkturumfeld und zunehmende Unsicherheit an den Kreditmärkten belasten die gesamte Assetklasse. Für Anleger, die in den letzten Jahren massiv in diese Produkte investiert haben, ist die aktuelle Entwicklung ein Warnsignal.
Diversifikation als Schutzschild
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Zur AktienanalyseFür Blackstone und BlackRock gilt jedoch: Ihre Größe und Diversifikation bieten einen erheblichen Puffer. Blackstone zählt zu den weltgrößten alternativen Vermögensverwaltern mit Engagements in Immobilien, Private Equity und Infrastruktur. BlackRock ist mit einem verwalteten Vermögen von über zehn Billionen US-Dollar der größte Vermögensverwalter der Welt und stark im passiven Fondsgeschäft verankert.
Für deutsche Privatanleger, die über Dachfonds oder Zertifikate in diese Produkte investiert sind, lohnt sich ein genauer Blick auf die Liquiditätsbedingungen der jeweiligen Vehikel. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass höhere Renditeversprechen im Private-Credit-Bereich stets mit eingeschränkter Fungibilität einhergehen – ein Risiko, das in Stressphasen besonders deutlich zutage tritt.


