Block Inc.: Nach 60-Millionen-Party folgt Massenentlassung von 4.000 Mitarbeitern
Jack Dorsey feierte erst groß – und streicht nun 40 Prozent der Belegschaft seines Zahlungsdienstleisters.

Jack Dorsey, Gründer des US-Zahlungsdienstleisters Block Inc., sorgt mit einem drastischen Strategiewechsel für Aufsehen. Nur sechs Monate nach einer aufwendigen Firmenfeier für 8.000 Mitarbeiter kündigte er an, 40 Prozent der Belegschaft zu entlassen. Mehr als 4.000 Beschäftigte wurden kurz darauf über ihre Kündigung informiert.
Im September hatte Block Inc. seine weltweiten Mitarbeiter zum 16. Firmenjubiläum nach Kalifornien eingeladen. Die dreitägige Veranstaltung im Oakland Coliseum glich eher einem Musikfestival als einem klassischen Firmenevent – inklusive eines nächtlichen DJ-Sets von Anderson .Paak. Das Spektakel kostete das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 60 Millionen US-Dollar.
Ein Höhepunkt der Feier war ein Bühnenauftritt von Dorsey, der sich in legerer Kleidung – schwarzes T-Shirt und Halskette – mit Hip-Hop-Star Jay-Z unterhielt. Jay-Z ist Mitglied des Block-Verwaltungsrats und damit nicht nur Prominenter, sondern auch Unternehmensinsider.
Massenentlassung bei Square und Cash App
Block Inc. betreibt unter anderem die bekannten Dienste Square, ein Bezahlterminal-System für Händler, sowie Cash App, eine mobile Zahlungsanwendung. Beide Produkte sind in den USA weit verbreitet, spielen aber auch auf internationalen Märkten eine Rolle. Der Konzern beschäftigte zuletzt rund 10.000 Mitarbeiter weltweit.
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Zur AktienanalyseDorsey begründete den radikalen Stellenabbau bislang nicht öffentlich im Detail. Branchenbeobachter sehen den Schritt im Kontext einer branchenweiten Konsolidierung im Technologiesektor sowie des wachsenden Einsatzes von Künstlicher Intelligenz, die menschliche Arbeitskraft in Teilen ersetzen soll. Der Kahlschlag bei Block reiht sich damit in eine Serie von Massenentlassungen bei US-Technologieunternehmen ein.
Für deutsche Anleger ist Block Inc. vor allem als Wettbewerber im Bereich digitaler Zahlungssysteme relevant – einem Markt, in dem auch europäische Anbieter wie Wirecard-Nachfolger und Paymentdienstleister aktiv sind. Der drastische Personalabbau dürfte kurzfristig die Kostenstruktur verbessern, wirft aber Fragen zur langfristigen Strategie und Mitarbeiterbindung auf.


