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Blue Origin scheitert beim ersten kommerziellen Start – AST-Aktie bricht ein

Jeff Bezos' Raumfahrtunternehmen brachte einen Satelliten in eine falsche Umlaufbahn – mit spürbaren Folgen an der Börse.

Blue Origin scheitert beim ersten kommerziellen Start – AST-Aktie bricht ein

Der erste kommerzielle Start von Jeff Bezos' Raumfahrtunternehmen Blue Origin ist missglückt. Am Sonntag transportierte die New-Glenn-Rakete den Kommunikationssatelliten BlueBird 7 des Unternehmens AST SpaceMobile – doch der Satellit erreichte nicht die vorgesehene Umlaufbahn. Blue Origin bestätigte, dass der Satellit in eine „nicht-nominale Umlaufbahn" gebracht wurde.

AST SpaceMobile präzisierte in einer offiziellen Mitteilung, dass sich BlueBird 7 in einer zu geringen Höhe von der Rakete trennte, um ordnungsgemäß funktionieren zu können. Der Satellit wird nun aus der Umlaufbahn entfernt. Zwar verliefen der eigentliche Startvorgang und die Trennung des Satelliten von der Rakete planmäßig – das entscheidende Manöver zur Einnahme der korrekten Umlaufbahn schlug jedoch fehl.

Kurssturz bei AST SpaceMobile

Die Reaktion an den Finanzmärkten folgte prompt: Die Aktien von AST SpaceMobile (Ticker: ASTS) brachen am Montagmorgen um fast 10 Prozent ein. Damit liegen die Papiere des Satellitenbetreibers bereits fast 40 Prozent unter ihren Höchstständen von Ende Januar. Der Vorfall verdeutlicht, wie empfindlich Investoren auf technische Rückschläge in der noch jungen kommerziellen Raumfahrtbranche reagieren.

AST SpaceMobile verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Der Aufbau eines Satelliten-Breitbandnetzes, das eine direkte Verbindung zu herkömmlichen Mobiltelefonen ermöglichen soll – ganz ohne spezielle Hardware beim Nutzer. BlueBird 7 sollte der achte Satellit in diesem wachsenden Netzwerk werden. Das Unternehmen gab zudem an, bereits an der Produktion Dutzender weiterer Satelliten zu arbeiten.

Rückschlag im Wettbewerb mit SpaceX

Der Vorfall könnte als Dämpfer für die Wettbewerbsfähigkeit beider Unternehmen gewertet werden. Sowohl Blue Origin als auch AST SpaceMobile stehen im direkten Wettbewerb mit Elon Musks SpaceX, dessen Börsengang noch in diesem Jahr erwartet wird. SpaceX gilt mit seiner Falcon-9-Rakete und dem Starlink-Satellitennetz als der derzeit führende Anbieter im kommerziellen Raumfahrtmarkt.

Für Blue Origin ist der Fehlschlag besonders heikel: Das Unternehmen hatte mit der New-Glenn-Rakete den Schritt in das kommerzielle Startgeschäft gewagt und steht nun unter Druck, das Vertrauen potenzieller Kunden zurückzugewinnen. Der Satellitenmarkt ist hart umkämpft, und Zuverlässigkeit gilt als entscheidendes Kriterium für die Vergabe von Startaufträgen.

AST SpaceMobile steht trotz des Rückschlags vor der Aufgabe, sein Satellitennetz planmäßig auszubauen. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, eine globale Breitbandabdeckung direkt über Mobiltelefone bereitzustellen – ein Konzept, das bei Investoren großes Interesse geweckt hat, nun aber mit einem technischen Makel behaftet ist. Wie schnell das Unternehmen den Verlust von BlueBird 7 kompensieren kann, bleibt abzuwarten.

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