Blue Owl Aktie bricht 9% ein: Massenrücknahmen bei Tech-Fonds
Rücknahmeanträge von bis zu 40,7% erschüttern die Private-Credit-Fonds von Blue Owl Capital.

Die Aktie von Blue Owl Capital (NYSE: OWL) verlor am Donnerstag rund 9% ihres Wertes, nachdem der US-amerikanische Vermögensverwalter Rücknahmen bei zwei seiner Private-Credit-Fonds begrenzen musste. Auslöser waren ungewöhnlich hohe Rücknahmeanträge bei der Blue Owl Credit Income Corp. (OCIC) und der Owl Rock Technology Income Corp. (OTIC), zwei sogenannten Business Development Companies (BDCs).
Bei der OCIC stellten Anleger Rücknahmeanträge für 21,9% der ausstehenden Anteile. Noch drastischer fiel die Situation bei der OTIC aus: Dort beantragten Investoren die Rückgabe von insgesamt 40,7% der ausstehenden Aktien. Beide Fonds sind jedoch vertraglich auf ein maximales vierteljährliches Rückkauflimit von 5% beschränkt, das sie auf Pro-rata-Basis erfüllen werden.
Nettoabflüsse bleiben überschaubar
Trotz der hohen Rücknahmeanträge halten sich die tatsächlichen Nettoabflüsse in Grenzen. Bei der OCIC standen Bruttokapitalzuflüssen von 872 Millionen US-Dollar einem Rücknahmeangebot von 988 Millionen Dollar gegenüber – die resultierenden Nettoabflüsse von 116 Millionen Dollar entsprechen weniger als 1% des Nettoinventarwerts (NAV) zum 31. Dezember 2025.
Die OTIC verzeichnete Nettoabflüsse von 52 Millionen Dollar bei einem Rücknahmeangebot von 179 Millionen Dollar und Zuflüssen von 127 Millionen Dollar. Das entspricht weniger als 2% des NAV von rund 3 Milliarden Dollar. Bemerkenswert: Rund 90% der insgesamt 90.000 OCIC-Aktionäre entschieden sich gegen eine Rückgabe ihrer Anteile – lediglich 1% der Investoren stellte den Großteil der Rücknahmeanträge.
KI-Sorgen und Sektordruck als Ursache
Das Management der OTIC erklärte die erhöhte Rücknahmeaktivität mit zwei Faktoren: einer negativen Marktstimmung gegenüber nicht börsennotierten BDCs sowie wachsenden Sorgen über KI-bedingte Disruptionen bei Softwareunternehmen. Dieser Kontext ist relevant, da der Fonds schwerpunktmäßig in Technologieunternehmen investiert.
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Zur AktienanalyseDie Liquiditätslage beider Fonds bleibt solide. Die OCIC verfügte zum 28. Februar 2026 über Liquiditätsreserven von 11,3 Milliarden Dollar – bestehend aus Barmitteln, ungenutzten Kreditlinien und liquiden Level-2-Vermögenswerten – bei einem Nettoverschuldungsgrad von 0,80x. Die OTIC hielt eine Liquidität von über 1,3 Milliarden Dollar bei einem Nettoverschuldungsgrad von 0,82x.
Das OCIC-Portfolio wies zum 31. Dezember 2025 einen Fair Value von 36 Milliarden Dollar auf, verteilt auf 370 Unternehmen in 31 Branchen. Das OTIC-Portfolio kam auf einen Fair Value von 6,2 Milliarden Dollar, diversifiziert über 190 Unternehmen und 41 Endmärkte. Für deutsche Anleger verdeutlicht der Fall die besonderen Risiken bei illiquiden Privatmarktfonds, bei denen Rücknahmebeschränkungen in Stressphasen zum Tragen kommen können.


