ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Blue Owl Capital: Liquiditätseinschränkungen nach Milliardenverkauf von Kreditforderungen

Asset Manager verkauft Kredite für 1,4 Milliarden Dollar und stoppt reguläre Auszahlungen an Anleger.

Blue Owl Capital: Liquiditätseinschränkungen nach Milliardenverkauf von Kreditforderungen

Die Aktien von Blue Owl Capital gaben im vorbörslichen Handel um fast 3% nach, nachdem der US-amerikanische Manager für alternative Investments Kreditforderungen im Wert von 1,4 Milliarden Dollar aus drei seiner Private-Debt-Fonds veräußert hatte. Der Verkauf erfolgte zu 99,7% des Nennwerts an vier nordamerikanische Pensionskassen und Versicherungsinvestoren.

Der größte Teil des Verkaufs entfällt auf den Fonds Blue Owl Capital Corporation II (OBDC II), eine semiliquide Private-Credit-Strategie für US-Privatanleger. OBDC II trennte sich von Krediten im Wert von 600 Millionen Dollar – das entspricht etwa 34% seines Portfolios von 1,7 Milliarden Dollar. Die beiden weiteren betroffenen Fonds, OBDC und Blue Owl Technology Income Corp (OTIC), verkauften jeweils Vermögenswerte für 400 Millionen Dollar.

Einschneidende Änderung bei Auszahlungen

In einer bedeutenden Kehrtwende kündigte Blue Owl an, dass OBDC II nach diesem Geschäft die regulären vierteljährlichen Liquiditätszahlungen an die Anleger einstellen wird. Stattdessen setzt die auf Mittelstandskredite spezialisierte Business Development Company künftig auf periodische Auszahlungen, die durch Anlagenverkäufe, Gewinne, Rückzahlungen und andere strategische Transaktionen finanziert werden. Diese Maßnahme schränkt die Liquidität der Anleger und ihre Möglichkeiten zum Kapitalabzug deutlich ein.

Der Schritt unterstreicht die grundsätzlichen Herausforderungen in Bezug auf Liquidität und Transparenz an den Privatmärkten. Dies gilt besonders vor dem Hintergrund, dass Manager alternativer Investments verstärkt versuchen, in den Bereich der privaten Vermögensverwaltung für Privatanleger vorzudringen – ein Segment, das traditionell höhere Liquiditätserwartungen hat.

Hintergrund: Gescheiterte Fusion und steigende Rücknahmeanträge

Die aktuellen Entwicklungen folgen auf einen Anstieg der Rücknahmeanträge bei einigen Business Development Companies von Blue Owl. Im November 2024 hatte das Unternehmen noch versucht, OBDC II mit dem größeren, börsennotierten Fonds OBDC zu fusionieren. Die Rücknahmen bei OBDC II wurden während dieser Verhandlungen ausgesetzt – die Transaktion hätte den Anlegern Verluste von etwa 20% beschert. Nachdem Blue Owl diese Pläne aufgab, sank der Aktienkurs deutlich und verunsicherte die Investoren.

Mit dem Erlös aus dem aktuellen Verkauf will Blue Owl Schulden tilgen und Kapital an die Aktionäre von OBDC II zurückgeben – bis zu 2,35 Dollar pro Aktie oder etwa 30% des Nettoinventarwerts. Logan Nicholson, Präsident von OBDC II und OBDC, bezeichnete den Deal als "opportunistische" Wertschaffung für die Aktionäre und "bedeutendes Liquiditätsereignis" für OBDC II. Gleichzeitig betonte er, dass ein diversifiziertes Portfolio mit starkem Ertragspotenzial erhalten bleibe.

Bedeutung für den Private-Credit-Markt

Der Fall Blue Owl wirft Fragen zur Liquiditätsstruktur von Private-Credit-Produkten für Privatanleger auf. Während institutionelle Investoren längere Bindungsfristen gewohnt sind, erwarten Privatanleger in der Regel flexiblere Ausstiegsmöglichkeiten. Die Einschränkung der Liquidität bei OBDC II könnte als Warnsignal für die gesamte Branche verstanden werden, die in den vergangenen Jahren massiv in den Retail-Bereich expandiert hat.

Die Aktie von Blue Owl Capital notierte um 8:06 Uhr ET im vorbörslichen Handel 2,8% im Minus. Anleger beobachten nun genau, wie sich die neue Auszahlungsstruktur auf die Attraktivität der Fonds und die Bewertung des Unternehmens auswirken wird.

Blue Owl CapitalPrivate CreditObdc IiLiquiditätAlternative InvestmentsBusiness Development CompanyKreditforderungenPrivatanleger

Disclaimer