BMW trotzt Gegenwind: Q1-Gewinn sinkt trotz stabiler Jahresprognose
BMW startet schwach ins Geschäftsjahr 2026: Zölle, China-Schwäche und Branchendruck belasten den Münchner Autobauer erheblich.

BMW hat einen schwierigen Start ins Geschäftsjahr 2026 verzeichnet. Der Münchner Premiumhersteller kämpft mit einem deutlichen Gewinnrückgang im ersten Quartal, ausgelöst durch intensiven Wettbewerb in China, veränderte Handelspolitiken und eine allgemeine Abkühlung der globalen Automobilnachfrage. Trotz dieser Belastungen hält BMW an seiner Jahresprognose fest – ein Zeichen relativer Stärke gegenüber den deutschen Rivalen Volkswagen und Mercedes-Benz.
Die Quartalszahlen sprechen eine klare Sprache: Der Vorsteuerergebnis brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich ein. Reuters und Investing.com berichten von einem Rückgang um 25 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, während die Wirtschaftswoche einen Rückgang von 23 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro ausweist. Unabhängig von der genauen Kennzahl ist der Abwärtstrend eindeutig. Der Konzernumsatz sank um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro.
Zum Umsatzrückgang trug auch ein Absatzrückgang von 3,5 Prozent bei. Besonders der schwächelnde chinesische Markt belastet BMW – ein Problem, das derzeit alle großen deutschen Automobilhersteller trifft. Zwar verzeichnete BMW in Europa eine Rekordzahl an Auftragseingang, doch das Management räumte ein, dass dieser Erfolg die Verluste in Asien nicht vollständig ausgleichen konnte.
Zölle und geopolitische Risiken belasten die Marge
Handelskonflikte bleiben eine zentrale Belastung für BMW. US-Zölle sowie EU-Zölle auf in China produzierte Elektrofahrzeuge drückten die automotive EBIT-Marge um 1,25 Prozentpunkte. Die EU-Zölle treffen dabei insbesondere die Marke Mini. Das Management betonte, dass die aktuelle Jahresprognose keine weitere Eskalation der US-Autozölle einpreist – Präsident Donald Trump hatte angedroht, diese von 15 auf 25 Prozent anzuheben.
Darüber hinaus basiert die Prognose auf der Annahme, dass der Konflikt im Nahen Osten keine dauerhafte wirtschaftliche Störung verursacht. Die Wirtschaftswoche wies zudem darauf hin, dass der Jahresvergleich verzerrt ist, da die aktuellen US-Zölle im gleichen Quartal des Vorjahres noch nicht in Kraft waren.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen erzielte BMW im ersten Quartal eine automotive EBIT-Marge von 5,0 Prozent. Das ist zwar ein Rückgang gegenüber den 6,9 Prozent im Vorjahreszeitraum, übertraf jedoch die Analystenerwartungen von 4,7 Prozent. BMW setzt auf interne Kostensenkungsmaßnahmen bei Rohstoffen und zollbedingten Aufwendungen, ohne dabei – anders als Volkswagen und Mercedes-Benz – auf großangelegte Stellenabbau-Programme zurückzugreifen. Das Management sieht in diesem Ansatz den Schlüssel zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit.
Führungswechsel an der Konzernspitze
Inmitten dieser turbulenten Phase steht BMW vor einem bedeutenden Führungswechsel. CEO Oliver Zipse, der das Unternehmen durch die COVID-19-Pandemie, die Chip-Krise und den Wandel zur Elektromobilität mit der „Neue Klasse"-Strategie geführt hat, legt sein Amt am 13. Mai nieder. Sein Nachfolger wird Milan Nedeljkovic, der bisherige Produktionsvorstand, der am 14. Mai die Führung übernimmt.
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Zur AktienanalyseBranchenbeobachter stellen fest, dass Nedeljkovic einen ähnlichen Karriereweg wie Zipse zurückgelegt hat – vom Produktionsressort an die Konzernspitze. Er übernimmt ein Unternehmen, das trotz erheblichem Marktdruck eine relative Führungsposition im deutschen Automobilsektor behauptet. Im ersten Quartal 2026 erzielte BMW mit 1,67 Milliarden Euro einen höheren Gewinn als Mercedes-Benz (1,43 Milliarden Euro) und Volkswagen (1,56 Milliarden Euro).
Strategie und Ausblick
BMW hält an seiner „Neue Klasse"-Strategie als Fundament für die Zukunft in der Elektromobilität fest. Die Jahresprognose sieht eine operative Kernmarge zwischen 4 und 6 Prozent vor. Der Weg dorthin bleibt jedoch von der globalen makroökonomischen Stabilität abhängig. Die Fähigkeit des neuen CEO Nedeljkovic, ehrgeizige Elektrifizierungsziele mit unmittelbarer Kostendisziplin zu verbinden, dürfte seine Amtszeit maßgeblich prägen.


