BMW: Wer folgt auf Nedeljković als Produktionsvorstand?
Aufsichtsrat steht vor Entscheidung zwischen zwei internen Kandidaten für Schlüsselposition

Bei BMW steht eine wichtige Personalentscheidung bevor: Der Aufsichtsrat wird in Kürze den neuen Produktionsvorstand ernennen. Nach Informationen der WirtschaftsWoche stehen zwei interne Kandidaten in der Endrunde – Raymond Wittmann, aktuell Leiter Strategie, und Michael Nikolaides, der das Produktionsnetzwerk verantwortet. Die Personalvorständin Ilka Horstmeier war zunächst ebenfalls im Rennen, schied jedoch aus.
Der Posten wird frei, weil Milan Nedeljković am 14. Mai zum neuen Vorstandsvorsitzenden aufsteigt. Die Entscheidung hat besondere Bedeutung: Bei BMW gilt die Produktionsführung traditionell als Sprungbrett an die Konzernspitze. Sowohl der aktuelle CEO Oliver Zipse als auch sein Vorgänger Harald Krüger waren zuvor Produktionsvorstände. Diese Position wird intern als entscheidender Hebel für Effizienz und Flexibilität des gesamten Unternehmens betrachtet.
Zwei ausgewiesene Produktionsexperten
Raymond Wittmann bringt eine bemerkenswerte Mischung aus Beratungs- und Produktionserfahrung mit. Nach seiner Promotion in Luft- und Raumfahrttechnik startete er 2006 bei McKinsey & Company, wo er bis zum Partner aufstieg und sich auf die Automobilindustrie spezialisierte. 2015 wechselte er zu BMW und übernahm das Projektmanagement für den neuen Produktionsstandort in Mexiko.
Seit 2018 ist Wittmann in München für die Unternehmensstrategieplanung zuständig und arbeitete maßgeblich an der US-Marktstrategie mit. Im Vorstand von BMW Nordamerika verantwortete er die Finanzen. Als Vice President of Assembly im Münchner Werk steuerte er Produktivität, Qualität, Sicherheit und Kostenkonformität – klassische Kernkompetenzen für die Produktionsführung.
Michael Nikolaides leitet seit Februar 2022 das gesamte Logistikmanagement der BMW Group. Sein Verantwortungsbereich umfasst alle Logistikfunktionen, die Werkszuweisung und Programmplanung für das globale Produktionsnetzwerk. Dazu zählen langfristige Netzwerkgestaltung, Verpackung, Partnerwerke, Überseeversorgung, Fahrzeugvertrieb und die Digitalisierung der Lieferkette.
Bereits seit 2004 bei BMW, durchlief Nikolaides verschiedene Positionen in Produktion, Programmmanagement und Strategie. Zuletzt war er Senior Vice President für Motoren und elektrifizierte Antriebsstränge. Der promovierte Physiker studierte an der TU München und der Harvard-Universität in Boston.
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Zur AktienanalyseStrategische Bedeutung für BMW
Die Besetzung des Produktionsvorstands kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: BMW muss seine Produktion weiter für die Elektromobilität umbauen und gleichzeitig die Kosteneffizienz steigern. Der neue Produktionschef wird maßgeblich die Transformation der Fertigungsstandorte weltweit steuern müssen. Beide Kandidaten bringen dafür unterschiedliche, aber komplementäre Stärken mit – Wittmann die strategische Perspektive und internationale Erfahrung, Nikolaides die operative Exzellenz und Netzwerkkompetenz.


