BNY-Kunden sichern Dollar-Positionen massiv ab – Höchster Stand seit 2023
Anleger zeigen wachsende Vorsicht gegenüber US-Währung und erhöhen Absicherungen deutlich über notwendiges Maß hinaus.

Kunden der Bank of New York Mellon (BNY), einer der weltweit größten Depotbanken, sichern ihre Dollar-Positionen derzeit so stark ab wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Dies gab Geoff Yu, leitender EMEA-Marktstratege bei BNY, am Freitag bekannt und verwies auf die zunehmende Vorsicht der Anleger gegenüber der US-Währung.
Die Absicherungen liegen aktuell fast 20 Prozent über dem Niveau, das rein rechnerisch notwendig wäre, um die Wertveränderungen der US-Anleihen- und Aktienbestände auszugleichen. Ende 2025 lag dieser Wert noch bei rund 10 Prozent. Der aktuelle Stand markiert den höchsten Wert seit Ende 2023 und unterstreicht die wachsende Nervosität der Investoren.
Der Dollar hat seinen Abwärtstrend in den ersten turbulenten Wochen des Jahres 2026 fortgesetzt. Die US-Währung war bereits im vergangenen Jahr um über 9 Prozent gefallen. Als Hauptgründe nennen Marktbeobachter den unberechenbaren Kurs von Präsident Donald Trump in der Handels- und Diplomatiepolitik sowie dessen wiederholte Angriffe auf die Federal Reserve, die für erhebliche Verunsicherung bei Anlegern sorgen.
Europäische Investoren als Haupttreiber
Obwohl die Daten keine genaue regionale Aufschlüsselung erlauben, vermutet Yu, dass die Entwicklung primär von europäischen Kunden getrieben wird, die ihre US-Positionen absichern. Die erhöhte Hedging-Aktivität hat eine Debatte darüber neu entfacht, ob Anleger verstärkt US-Vermögenswerte verkaufen und sich gegen Dollar-Schwankungen schützen werden.
Allerdings deuten die Kapitalflüsse bei BNY nicht auf einen massiven "Sell America"-Trend hin. Die Gewichtungen von US-Aktien und Staatsanleihen in den Portfolios wurden nicht reduziert, betonte Yu. Stattdessen spielen die Zinsdifferenzen eine entscheidende Rolle bei den Absicherungsentscheidungen.
Zinspolitik als entscheidender Faktor
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Zur AktienanalyseDie Federal Reserve wird voraussichtlich die Kreditkosten weiter senken, während mehrere andere große Zentralbanken ihre Zinsen bereits angehoben haben oder kurz davor stehen. Diese Entwicklung belastet den Dollar zusätzlich. "Der Anstieg der Hedging-Aktivitäten fiel damit zusammen, dass die Fed relativ taubenhaft blieb, während wir bei anderen Zentralbanken deutlich mehr Kurswechsel sehen", erklärte Yu.
Für seine Berechnungen ging der Stratege von Kundenportfolios mit einem Verhältnis von 80 Prozent US-Staatsanleihen zu 20 Prozent Aktien aus, da der Großteil der von BNY verwahrten Vermögenswerte im Bereich festverzinslicher Wertpapiere liegt. Kunden mit höheren Aktienquoten würden entsprechend weniger absichern, als die Daten zunächst vermuten lassen.


