Boeing auf Farnborough Airshow: Produktion statt Neuaufträge im Fokus
Boeing prüft weitere Produktionssteigerungen beim 737 MAX und setzt auf der Farnborough Airshow klare Prioritäten.

Boeing richtet seinen Fokus auf der diesjährigen Farnborough Airshow klar auf die Produktionsstabilisierung – und nicht auf die Bekanntgabe neuer Aufträge. Das erklärte Stephanie Pope, CEO von Boeing Commercial Airplanes, am Sonntag vor Journalisten bei einem Rundtischgespräch im Vorfeld der internationalen Luftfahrtmesse. Der US-amerikanische Flugzeugbauer steckt noch mitten in einem umfassenden Wiederherstellungsprozess seiner Produktionsqualität.
Konkret prüft Boeing eine neue Runde von Produktionssteigerungen für sein meistverkauftes Modell, den 737 MAX. Grundlage dafür ist die im Mai erteilte Genehmigung der US-Luftfahrtbehörde FAA, die Produktion auf 47 Maschinen pro Monat zu erhöhen. „Ich lasse das Team darauf fokussieren, die Rate bei 47 zu stabilisieren. Sobald wir 47 erreichen, werden wir auf 52 erhöhen und von dort aus weiter evaluieren", sagte Pope.
Der Weg zu dieser Produktionsrate war alles andere als einfach. Die FAA hatte nach einem schwerwiegenden Zwischenfall in der Luft Anfang 2024 eine beispiellose Produktionsdeckelung gegen Boeing verhängt. Der Vorfall hatte weitreichende Mängel bei der Produktionssicherheit und Qualitätskontrolle des Konzerns offengelegt und die gesamte Branche aufgeschreckt.
Sicherheit als Maßstab für weiteres Wachstum
Pope betonte, dass Boeing bei der Entscheidung über weitere Produktionssteigerungen systematisch vorgeht. „Wir nutzen das Sicherheitsmanagementsystem und unsere Sicherheitsrisikobewertung, um zu bestimmen, wann wir stabil und bereit für die nächste Stufe sind", erklärte sie. Damit signalisiert der Konzern, dass Qualität und Sicherheit Vorrang vor schnellem Wachstum haben.
Auf der Farnborough Airshow – einer der bedeutendsten Luftfahrtmessen der Welt, die alle zwei Jahre Führungskräfte der größten Unternehmen der Branche zusammenbringt – will Boeing vor allem zuhören. Die Priorität liege darauf, Kunden und Zulieferern zuzuhören, „um zu verstehen, wo ihre Herausforderungen liegen", so Pope. Anschließend wolle man sie über die eigenen Produkte auf dem Laufenden halten.
Starker Auftragsbestand, schwache Produktion – ein bekanntes Dilemma
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Zur AktienanalyseDass Boeing auf der Messe keine großen Auftragsankündigungen plant, liegt nicht an mangelnder Nachfrage. „Der Auftragsbestand ist unglaublich stark. Die Nachfrage ist nicht unser Problem", stellte Pope klar. Sollten im Verlauf der Messe dennoch Aufträge bekanntgegeben werden, werde man dies gemeinsam mit den jeweiligen Kunden feiern – sofern diese das wünschen.
Für Anleger und Branchenbeobachter ist die Botschaft aus Farnborough eindeutig: Boeing befindet sich in einer Phase der Konsolidierung. Der Konzern hat erkannt, dass nachhaltiges Wachstum nur auf einer stabilen Produktionsbasis möglich ist. Die schrittweise Erhöhung der Fertigungsrate beim 737 MAX – von der aktuellen Genehmigung für 47 auf das nächste Ziel von 52 Maschinen pro Monat – gilt als entscheidender Meilenstein auf dem Weg zur Rückkehr zur vollen Wettbewerbsfähigkeit.


