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Boeing gibt Flugtaxi-Sparte Wisk an Archer Aviation ab

Der Flugzeugbauer übergibt Wisk Aero, SkyGrid und Insitu an den Flugtaxi-Rivalen und sichert sich eine Minderheitsbeteiligung.

Boeing gibt Flugtaxi-Sparte Wisk an Archer Aviation ab

Boeing hat sich auf eine weitreichende Vereinbarung mit dem Flugtaxi-Unternehmen Archer Aviation geeinigt. Der US-amerikanische Flugzeugbauer gibt dabei die Kontrolle über sein eigenes Flugtaxi-Unternehmen Wisk Aero an den Rivalen ab und übernimmt im Gegenzug eine Minderheitsbeteiligung an Archer. Die Transaktion markiert einen bedeutenden strategischen Kurswechsel für Boeing im Bereich der urbanen Luftmobilität.

Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt Archer gleich drei Boeing-Einheiten auf einmal: neben dem Flugtaxi-Entwickler Wisk Aero auch den Softwareanbieter für Flugverkehrsmanagement SkyGrid sowie den Drohnenhersteller Insitu. Damit erhält Archer nicht nur Zugang zu Flugtaxi-Technologie, sondern auch zu Kompetenzen im Bereich Drohnen und Luftraummanagement – eine erhebliche Erweiterung des Portfolios.

Boeings Beteiligung und Technologiezugang

Boeing soll im Zuge der Transaktion eine Beteiligung von knapp 20 Prozent an Archer übernehmen. Zusätzlich erhält der Flugzeugbauer Optionsscheine des Flugtaxi-Unternehmens sowie das Recht, ein Mitglied für das Board of Directors von Archer zu nominieren. Trotz der Abgabe der operativen Kontrolle über Wisk behält Boeing laut eigener Aussage weiterhin Zugriff auf die Technologie für autonomes Fliegen, die Wisk entwickelt hat.

Archer Aviation ist ein in Kalifornien ansässiges Unternehmen, das an der Entwicklung elektrischer Senkrechtstart- und Landeflugzeuge – sogenannter eVTOL-Flugzeuge – arbeitet. Per Freitag wies das Unternehmen einen Börsenwert von mehr als vier Milliarden US-Dollar auf. Die Aktie des Unternehmens reagierte mit einem deutlichen Kursanstieg von knapp zwölf Prozent auf die Nachricht.

Strategische Bedeutung für Archer

Archer-Chef Adam Goldstein betonte die strategische Tragweite des Deals. Er erklärte, dass die Vereinbarung die Umsatzbasis des Unternehmens diversifiziere und dem Geschäft eine größere Skalierbarkeit verleihe. Mit der Integration von Wisk, SkyGrid und Insitu gewinnt Archer erheblich an technologischer Tiefe und Reichweite – ein klarer Vorteil im hart umkämpften Markt für urbane Luftmobilität.

Für Boeing hingegen bedeutet der Deal eine Konzentration auf das Kerngeschäft. Der Konzern kämpft seit Jahren mit erheblichen operativen und finanziellen Herausforderungen und hat zuletzt verstärkt Randbereiche auf den Prüfstand gestellt. Die Abgabe von Wisk, SkyGrid und Insitu bei gleichzeitiger Sicherung eines Technologiezugangs und einer Finanzbeteiligung erscheint als pragmatischer Kompromiss.

Abschluss bis Ende 2026 erwartet

Die beteiligten Unternehmen gehen davon aus, dass die Transaktion bis Ende 2026 vollständig abgeschlossen sein wird. Bis dahin müssen regulatorische Genehmigungen eingeholt und die vertraglichen Details finalisiert werden. Für Anleger beider Unternehmen bleibt die Entwicklung des schnell wachsenden eVTOL-Marktes ein entscheidender Faktor – einem Segment, das von Experten als potenziell milliardenschwerer Zukunftsmarkt eingestuft wird, aber noch vor erheblichen Zulassungs- und Infrastrukturhürden steht.

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