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Boeing hält Nachfrage-Prognose trotz Iran-Krieg und Zollrisiken

Der US-Flugzeugbauer erwartet bis 2045 rund 43.625 neue Passagier- und Frachtmaschinen – und weicht kaum von seiner Vorjahresprognose ab.

Boeing hält Nachfrage-Prognose trotz Iran-Krieg und Zollrisiken

Boeing bleibt trotz geopolitischer Turbulenzen optimistisch: Der US-Flugzeugbauer hält an seiner langfristigen Nachfrageprognose fest und rechnet für den Zeitraum von 2026 bis 2045 mit der Auslieferung von insgesamt 43.625 neuen Passagier- und Frachtmaschinen. Den entsprechenden Marktausblick veröffentlichte der Konzern kurz vor der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough, die am Montag ihre Tore öffnete.

Damit weicht Boeing kaum von seiner Prognose aus dem Vorjahr ab – und positioniert sich damit deutlich selbstbewusster als der europäische Erzrivale Airbus. Der hatte seine Erwartungen zuletzt wegen der Folgen des Iran-Kriegs und gestiegener Zollschranken um ein Prozent auf 42.060 neue Flugzeuge nach unten korrigiert.

Kurzfristige Delle, langfristige Erholung

Für das laufende Jahr rechnet Boeing beim weltweiten Passagieraufkommen mit einem deutlich abgeschwächten Wachstum von nur noch rund 2,3 Prozent – nach 5,3 Prozent im Vorjahr. Ab 2027 erwartet der Konzern jedoch eine kräftige Erholung: Für das Jahr 2027 prognostiziert Boeing ein Wachstum von sechs bis sieben Prozent, für 2028 dann fünf bis sechs Prozent.

Darren Hulst, Vize-Marketingchef der Verkehrsflugzeugsparte, betonte, das Passagieraufkommen werde sich bis Ende 2028 wieder auf dem Niveau befinden, das ohne die jüngsten Krisen zu erwarten gewesen wäre. Die aktuelle Abschwächung unterscheide sich grundlegend vom mehrjährigen Nachfrageschock durch die Corona-Pandemie. Fluggesellschaften und Leasingfirmen agierten seit der Verteuerung von Öl durch den Iran-Krieg deutlich vorsichtiger bei der Kapazitätserweiterung.

Lieferrückstand von fast 2.000 Maschinen

Trotz der gedämpften Kurzfristperspektive wächst die Nachfrage nach neuen Flugzeugen Boeing zufolge schneller, als die Hersteller sie bedienen können. Den Lieferrückstand zu Beginn des Jahres 2026 schätzt der Konzern auf knapp 2.000 Maschinen. Der Mangel bei Standardrumpfflugzeugen dürfte sich bis Ende des Jahrzehnts hinziehen, der Engpass bei Großraumflugzeugen sogar bis in die frühen 2030er Jahre.

Erschwerend kommen strukturelle Probleme hinzu: Begrenzte Produktionskapazitäten und anfällige Lieferketten bremsen die Erholung des gesamten Flugzeugmarkts. Boeing selbst kämpft zusätzlich mit Verzögerungen bei der Zulassung wichtiger Modelle – darunter die 737 MAX 7 und MAX 10 sowie die 777-9.

Flotte soll bis 2045 auf 50.000 Maschinen wachsen

Langfristig zeichnet Boeing ein ambitioniertes Bild: Über die nächsten 20 Jahre erwartet der Konzern ein jährliches Wachstum des Passagierverkehrs um vier Prozent und des Frachtverkehrs um 3,7 Prozent. Die weltweite Flugzeugflotte soll von rund 28.000 Maschinen im Jahr 2025 auf 50.000 Flugzeuge bis 2045 anwachsen.

Dabei soll etwa die Hälfte der Neuauslieferungen ältere Modelle ersetzen, während die andere Hälfte dem Flottenausbau dient. Regional entfällt mit 21 Prozent der größte Anteil auf China, gefolgt von Eurasien mit 20 Prozent sowie Nordamerika und Süd- und Südostasien mit jeweils 19 Prozent. Für Privatanleger, die Boeing-Aktien im Blick haben, bleibt die Kombination aus strukturellem Nachfragewachstum und kurzfristigen Zulassungs- und Lieferproblemen das entscheidende Spannungsfeld.

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