Boeing plant höhere 737-Max-Produktion und reduziert Verluste deutlich
CEO Kelly Ortberg sieht alle Signale auf Grün: Boeing will die 737-Max-Produktion im Sommer auf 47 Maschinen pro Monat steigern.

Boeing-Chef Kelly Ortberg hat sich optimistisch zur Produktionssteigerung des meistverkauften Flugzeugtyps des Konzerns geäußert. Der CEO plant, die monatliche Fertigung der 737 Max in diesem Sommer von derzeit 42 auf 47 Maschinen hochzufahren. Dieses Ziel gilt als entscheidend, um die anhaltenden Verluste des US-amerikanischen Flugzeugbauers einzudämmen.
Das Unternehmen meldete für das erste Quartal 2026 Verbesserungen in allen Geschäftsbereichen. Der Gesamtumsatz stieg in den ersten drei Monaten des Jahres um 14 Prozent auf 22,22 Milliarden US-Dollar – ein deutliches Zeichen, dass Boeings Erholungskurs Früchte trägt. Analysten hatten die Zahlen im Vorfeld auf Basis von LSEG-Schätzungen erwartet.
Besonders bemerkenswert ist die drastische Verringerung des Nettoverlusts: Boeing verbuchte im ersten Quartal einen Verlust von lediglich 7 Millionen US-Dollar bzw. 11 Cent pro Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust noch 31 Millionen US-Dollar bzw. 16 Cent pro Aktie betragen. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Verlust bei 20 Cent pro Aktie.
Produktion unter FAA-Aufsicht
Weitere Produktionssteigerungen über die angestrebten 47 Maschinen pro Monat hinaus bedürfen der ausdrücklichen Genehmigung der US-Luftfahrtbehörde FAA. Diese Auflage wurde nach einem schwerwiegenden Vorfall im Januar 2024 eingeführt, als sich bei einem Alaska-Airlines-Flug ein Rumpf-Türstopfen beinahe katastrophal löste. Seitdem steht Boeing unter verschärfter behördlicher Beobachtung.
Ortberg, der das Ruder bei Boeing im August 2024 übernahm, hat die Aufgabe, den Konzern nach jahrelangen Sicherheits- und Fertigungskrisen wieder auf Kurs zu bringen. Diese Krisen hatten das Unternehmen Milliarden von US-Dollar gekostet und das Vertrauen von Fluggesellschaften und Passagieren weltweit erschüttert.
Starke Zahlen in allen Sparten
Die Sparte für Verkehrsflugzeuge, Boeings größter Geschäftsbereich, lieferte im ersten Quartal 143 Flugzeuge aus – ein Anstieg von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz dieser Sparte kletterte um 13 Prozent auf 9,2 Milliarden US-Dollar, obwohl weiterhin ein operativer Verlust ausgewiesen wurde.
Auch das Rüstungsgeschäft entwickelte sich positiv: Der Umsatz stieg um beachtliche 21 Prozent auf 7,6 Milliarden US-Dollar. Das Servicegeschäft legte ebenfalls zu und erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 5,37 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 6 Prozent entspricht.
Boeing gab zudem bekannt, dass man weiterhin mit der Zertifizierung der lange verzögerten Modelle 737 Max 7 und Max 10 im weiteren Jahresverlauf rechne. Die Max 7 ist die kleinste, die Max 10 die größte Variante der meistverkauften Max-Familie. Auslieferungen dieser Modelle sollen im Jahr 2027 beginnen.
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Zur AktienanalyseKeine Auswirkungen durch Nahost-Konflikt
Auf die Frage nach möglichen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten auf das Auftragsgeschäft zeigte sich Ortberg gelassen. Seit Beginn des Konflikts im Februar habe Boeing keine Verlangsamung bei den Flugzeugbestellungen verzeichnet. Dies ist ein positives Signal für die mittelfristige Auftragslage des Konzerns.
Insgesamt zeichnet das erste Quartal 2026 das Bild eines Unternehmens, das sich auf einem mühsamen, aber erkennbaren Erholungspfad befindet. Ob Boeing die Trendwende nachhaltig schafft, wird maßgeblich davon abhängen, ob die FAA weitere Produktionssteigerungen genehmigt und die Zertifizierung der neuen Max-Varianten planmäßig verläuft.


