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BofA bestätigt Kaufempfehlung für MercadoLibre trotz Margendruck

Bank of America sieht langfristiges Gewinnpotenzial im Kreditkartengeschäft von MercadoLibre, obwohl kurzfristig hohe Investitionen die Marge belasten.

BofA bestätigt Kaufempfehlung für MercadoLibre trotz Margendruck

Bank of America Securities hat ihre Kaufempfehlung für die Aktie von MercadoLibre (NASDAQ: MELI) bekräftigt und prognostiziert eine erhebliche langfristige Rentabilität im Kreditkartengeschäft des lateinamerikanischen E-Commerce-Riesen. Trotz des kurzfristigen Margendrucks durch aggressive Investitionen in verschiedenen Geschäftsbereichen bleibt das Institut optimistisch für die Aktie.

Das Kreditkartenportfolio von MercadoLibre hat sich im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt und erreichte ein Volumen von 6,6 Milliarden US-Dollar. Damit entfallen rund 45 Prozent des gesamten Kreditbuchs des Unternehmens auf dieses Segment. Besonders bemerkenswert: Die Zahl der monatlich aktiven Kreditkartennutzer stieg um 68 Prozent – deutlich schneller als das Gesamtwachstum der monatlich aktiven Nutzer von Mercado Pago, das bei 29 Prozent lag.

Marktanteile noch gering – Wachstumspotenzial enorm

Trotz dieser rasanten Expansion ist der Marktanteil von MercadoLibre im Kreditkartenbereich noch vergleichsweise bescheiden. Analyst Robert E. Ford Aguilar von der Bank of America schätzte, dass das Unternehmen zum Stand März 2026 lediglich 3,4 Prozent der branchenweiten Kreditkartensalden in Brasilien und 2,5 Prozent in Mexiko hielt. Dies verdeutlicht das erhebliche Wachstumspotenzial, das der Markt noch bietet.

Kurzfristig erwartet die Bank of America jedoch Belastungen: Für das Jahr 2026 prognostiziert Analyst Aguilar einen EBIT-Verlust im Kreditkartensegment von 443 Millionen US-Dollar, was einer Belastung der konsolidierten Konzernmarge um 1,1 Prozentpunkte entspricht. Hintergrund ist die typische Anlaufphase im Kreditkartengeschäft: Aufgrund von Vorab-Rückstellungsanforderungen benötigen Kreditkartenprogramme in der Regel 12 bis 18 Monate, um die Gewinnschwelle bei der Nettozinsmarge nach Verlusten zu erreichen. Die BofA erwartet, dass MercadoLibre diese Schwelle im Jahr 2028 überschreiten wird.

Langfristig: 1,5 Milliarden US-Dollar EBIT bis 2030

Das langfristige Bild zeichnet die Bank of America deutlich positiver. Bis 2030 prognostiziert das Institut ein Kreditkarten-EBIT von 1,5 Milliarden US-Dollar für MercadoLibre. Dies würde gegenüber dem Niveau von 2026 eine Margenverbesserung von 2,2 Prozentpunkten bedeuten – ein erheblicher Beitrag zur Gesamtrentabilität des Konzerns.

Ein weiterer Wachstumstreiber könnte Argentinien werden. MercadoLibre hat seine Kreditkarte dort bereits eingeführt und verzeichnete zum Stand April 2026 täglich 19,9 Millionen aktive Nutzer der Pago-App – deutlich mehr als die 12,9 Millionen in Brasilien. Analyst Aguilar sieht in der stärkeren Marktposition und den niedrigeren Kundenakquisitionskosten in Argentinien gute Voraussetzungen für einen schnellen Portfolioaufbau, zumal die Inflation im Land zurückgegangen ist. Allerdings bleibt die Kreditpenetration in Argentinien aufgrund historischer Inflation und makroökonomischer Volatilität weiterhin gering.

Kursziel von 2.400 US-Dollar bestätigt

Die Bank of America behielt ihr Kursziel von 2.400 US-Dollar für MercadoLibre bei. Die Bewertung basiert auf einer Sum-of-the-Parts-Methodik: Die E-Commerce-Beiträge wurden mit dem 0,6-Fachen des Bruttowarenvolumens für 2027 bewertet, die Fintech-Umsatzströme mit dem 0,2-Fachen des gesamten Zahlungsvolumens außerhalb der Plattform für 2027.

MercadoLibre gilt als das führende E-Commerce- und Fintech-Unternehmen Lateinamerikas und ist an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet. Für deutsche Anleger ist die Aktie ein beliebtes Investment, um an der wachsenden Mittelschicht und der zunehmenden Digitalisierung in Lateinamerika zu partizipieren. Die Analyse der Bank of America unterstreicht, dass das Unternehmen trotz kurzfristiger Investitionsbelastungen auf einem vielversprechenden langfristigen Wachstumspfad bleibt.

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