BofA erwartet zwei Bank of England Zinserhöhungen wegen Energiepreisen
Die Bank of America prognostiziert für 2026 zwei Leitzinserhöhungen der BoE – ausgelöst durch anhaltend hohen Energiepreisdruck.

Die Bank of America (BofA) erwartet, dass die Bank of England (BoE) im Jahr 2026 die Leitzinsen zweimal anheben wird. Laut einer aktuellen Research-Note des US-Instituts sind die Erhöhungen für Juli und September 2026 geplant. Als Haupttreiber nennt die BofA anhaltend hohe Energiepreise, die die britische Zentralbank zum Handeln zwingen dürften.
Die Analysten begründen ihre Prognose damit, dass die BoE sich gegen sogenannte Zweitrundeneffekte absichern müsse. Gemeint sind damit Preissteigerungen, die sich ausgehend von hohen Energiekosten auf andere Bereiche der Wirtschaft ausbreiten – etwa durch steigende Löhne oder höhere Produktionskosten. Genau dieses Szenario treibt die Sorgen der Zentralbank an.
Zinssenkungen ab 2027 erwartet
Nach den geplanten Erhöhungen rechnet die BofA mit einer geldpolitischen Wende: Ab dem zweiten Quartal 2027 sollen demnach drei vierteljährliche Zinssenkungen folgen. Dadurch würden die Leitzinsen auf 3,5 Prozent sinken. Das Institut sieht dabei sogar Risiken für noch stärkere Senkungen auf 3,25 Prozent sowie für einen früheren Zeitpunkt der Lockerungen.
Gleichzeitig betont die BofA, dass die Risiken für ihre Prognose nicht einseitig sind. Das Potenzial für ein Friedensabkommen – das die Ölpreise signifikant und nachhaltig senken könnte – erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass nur eine oder gar keine Zinserhöhung stattfindet. Auch eine wesentliche Verschlechterung am britischen Arbeitsmarkt würde das Risiko eines sogenannten „Look-through"-Szenarios erhöhen, bei dem die BoE die Energiepreisinflation als vorübergehend einstuft und nicht gegensteuert.
Risiken durch Zögern der Zentralbank
Die BofA warnt zudem vor den Folgen eines zu langen Zögerns der BoE. Je länger die Zentralbank mit Zinserhöhungen warte, desto größer werde das Risiko, dass die Markterwartungen für Zinserhöhungen zurückgehen. Dies könnte einen Teil der Straffung der Zinskurve zunichtemachen, die derzeit bereits einen Teil der geldpolitischen Arbeit für die BoE übernimmt – ein wichtiger Mechanismus zur Inflationsbekämpfung.
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Zur AktienanalyseDennoch sieht die BofA auch Vorteile darin, eine Zinserhöhung bis September aufzuschieben. Zu diesem Zeitpunkt würden dem geldpolitischen Ausschuss der BoE, dem Monetary Policy Committee (MPC), bereits Inflationsdaten für Juli vorliegen – also nach der Neufestsetzung der Ofgem-Preisobergrenze für Energiekosten in Großbritannien. Die Ofgem-Preisobergrenze reguliert, wie viel Energieversorger britischen Haushalten in Rechnung stellen dürfen, und hat direkten Einfluss auf die Verbraucherpreisinflation.
Die BofA argumentiert, dass die Belege für direkte und indirekte Auswirkungen der Energiepreise sowie die Inflationserwartungen deutlicher werden könnten, sobald die Haushalte im Juli den Anstieg ihrer Gasrechnungen spüren. Dieser Datenpunkt könnte dem MPC eine solidere Grundlage für seine Entscheidung liefern. Für deutsche Anleger mit Blick auf britische Anleihen oder Pfund-Sterling-Positionen sind diese Entwicklungen besonders relevant, da Zinserhöhungen in der Regel die Währung stärken und Anleihekurse belasten.


